Bilder sagen oft mehr als Worte

Im Alltag begleiten uns überall Bilder und weiter visuelle Elemente wie Videos, animierte Grafiken oder Emojis. Unsere Umgebung ist voll von Bildern wie Warnschildern, Hinweisen, Plakaten oder weiteren visuellen Reizbotschaften. Ob beruflich oder privat, sind kommunikative Kompetenzen auf allen Ebenen erforderlich. Hierbei werden Informationen, Meinungen, Gefühle und Werte vermittelt. Weitgehend dient die Vermittlung zu Erreichung eines Ziels. Hierbei spielte visuelle Inhalte eine immer bedeuten werdende Rolle.

Bilder als Kommunikationsform

Während bereits in Zeiten, bevor der Großteil der Menschen Schreiben konnten, sie Nachrichten und Informationen (Botschaften) visuell als Zeichnungen und Skulpturen mitteilten, galt die letzten Jahrhunderte das geschreibene Wort als glaubhalfter Informationträger. Menschen waren, laut geltende Thesen im Gegensatz zum Tier hauptsächlich vom Verstand und der Logik gesprägt.

Tatsächlich dominierten Visuals die menschliche Kommunikation. Das ist kein Zufall, denn die visuelle Kommunikation ist ein Urinstink, der in jedem Menschen tief verwurzelt ist. Sie sind ein universelles Werkzeug, das auch noch tausende Jahre später noch verstanden wird.

Zitat von Tjjen Onaran: "Klar ist: Nicht jeder Inhalt funktioniert auf jedem Kanal gleich gut. Klar ist damit auch: Jeder Inhalt muss für jeden Kanal neu und anderes gedacht werden."

Zitat von Tjjen Onaran über Storytelling: „Klar ist: Nicht jeder Inhalt funktioniert auf jedem Kanal gleich gut. Klar ist damit auch: Jeder Inhalt muss für jeden Kanal neu und anderes gedacht werden.“

 

Kaum ein Sprichwort wie „wer die Bilder beherrscht, beherrscht auch die Köpfe“ drückt mehr aus, warum ein Buch über Visuelle Kommunikation notwendig ist.

Sinneswahrnehmung sind mehr als Bilder
Menschen nehmen aber nicht nur durch Augen unsere Umgebung war. Je mehr Sinne bei der Wahrnehmung angesprochen werden, desto intensiver sind die Erfahrungen des Rezipienten und desto eher kann sich der Mensch erinnern. Eine Abkürzung für die Sinneswahrnehmungen ist VAKOG; sie steht für die Sinne

  • visuell (= sehen),
  • auditiv (= hören),
  • kinästhetisch (= fühlen),
  • olfaktorisch (= riechen) und
  • gustatorisch (= schmecken).

Laut Studien bedienen sich etwa 45 % der Menschen des visuellen Systems, 40 % des kinästhetischen und 15 % des auditiven Systems.

Vormarsch visueller Inhalte

In der Silversternacht von 2017 in das Jahr 2018 viel mir auf, dass kurz nachdem das neue Jahr eingeläutet wurde, kaum noch Telefonanrufe eintrafen: ich erhielt Textnachrichten mit Icons wie Sektgläsern und Kleeblättern oder Fotografien und Videos als Grüße zum „Happy New Year“. Und wenn Sie nun denken, dass es an meiner Affinität zu Social Networks liegen würde, kann ich dies verneinen. Auch um mich herum ertönten kaum Anrufsignale, sondern mehr Pingtöne eingehender Messenger-Nachrichten.

Wir Menschen neigen durch das sich ständig ändernde Medienverhalten und den immer schnellernen und oft flüchtigen Medienkonsum dazu, Informationen zunehmend visuell zu konsumieren und auch visuell zu kommunizieren. Häufig reicht ein Blick aus, um schnell eine Meinung zu bilden, und das ist in der in der Informationsflut notwendig. Dager steigt der Einsatz und die Beliebtheit visueller Inhalte gegenüber nicht visuellen Inhalten.

Angefangen von Straßenschildern über Warnhinweisen bis hin zu Tattoos und Emojis prägen Bilder und Symbole unsere Umgebung. Denken Sie nur an die Hinweise zur Pflege Ihrer Wäsche oder an die Informationen einer Wetter-App. Mittels grafischer Darstellungen von Bügeleisen, Regentropfen oder einer Sonne werden Informationen bzw. Sachverhalte übermittelt. Wir haben gelernt, sie zu entschlüsseln.

Wir leben in spannenden Zeiten. Aufgrund der Entwicklung unserer derzeitigen Gesellschaft, sprechen wir von einer visuellen Kultur: Das bedeutet, dass gegenwärtige Kulturen in hohem Maße am Sehsinn, an Sichtbarkeit und an Bildern, also visuell, ausgerichtet sind. Die Visualität bemerken wir vor allem in Bereich wie der Medienwelt, der Kommunikation, aber auch in unserer Alltagswelt.

In Zeiten mobiler Kommunikation und Kommunikationsmittel, in der unsere Gesellschaft mit News, Informationen, Gesprächen und Fakten überflutet werden, entscheidet oft nur ein Blick, ob etwas interessant erscheint oder nicht. Daher ist es notwendig, aus der Masse herauszustechen und Menschen mit spannenden Geschichten zu erreichen und zu inspirieren. Nur so hat die Botschaft eine Chance, den Menschen zu erreichen. Die ersten Eindrücke sind meist visueller Natur, denn der Mensch ist ein Augentier.

Wie bereits festgestellt definiert sich Storytelling zum einen durch den Inhalt einer Geschichte (Story) und zum anderen durch die Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wird (Telling).

Wir sprechen von visuellem Erzählen, also Visual Storytelling, wenn Informationen oder Geschichten hauptsächlich (mehr als 50 Prozent) mittels visueller Elemente erzählt, ergänzt oder transportiert werden.

Ganze Kulturen vermittelten ihr religiöses, gesellschaftliches und historisches Wissen in Form visuell erzählter Geschichten. Sie verwendeten Zeichnungen, Skulpturen oder auch Architektur.

Zitat von Oliver Sacks, Neurologe
Social Listening („ich habe gehört“), Digitales Storytelling („ich schreibe eine Geschichte über das Gehörte“) und Echtzeit-Marketing („ich muss diese Geschichte sofort schreiben und teilen“) sind miteinander verbunden.

Mit diesen Mitteln konnten nicht nur Menschen erreicht werden, die weder lesen noch schreiben konnten, hier wurden auch die Emotionen und das Unterbewusstsein der Betrachter wohlkalkuliert mit einbezogen.

Visuelles Storytelling ist Teil menschlicher Kommunikation

Visuelles Storytelling ein Teil der menschlichen Kommunikation, die komplexe Sinneseindrücke dramaturgisch organisiert und vermittelt. Mit visuellen Erzählelementen können Emotionen besser transportiert werden als mit Medien, die ohne visuelle Komponenten arbeiten.

Abbildungen haben die Gemeinsamkeit, dass sie ganze Geschichten erzählen. So gibt es mannigfaltige Beispiele von Visual Storytelling, in denen es darum geht, Botschaften gezielt und effektiv zu vermitteln. Denken wir nur an die Illustrationen der Marke Red Bull, die Flügel verleihen, oder an die Google-Doodles oder zahlreiche Infografiken, Fotografien und Sketchnotes.

Eine visuelle Erzählung (Visual Narrative) ist eine Geschichte, die in erster Linie durch den Einsatz visueller Medien erzählt wird. Die Geschichte kann beispielweise mittels gezeichneter oder fotografierter Bilder, Illustration oder Video erzählt werden. Häufig werden visuelle Geschichten mittels Textelementen oder Audiodateien angereichert.

Zum Thema Visual Storytelling bieten die Autorinnen Ekaterina Walter und Jessica Gioglio in ihrem Buch „The Power of Visual Storytelling: How to Use Visuals, Videos, and Social Media to Market Your Brand“ folgende Definition an:

„Visual storytelling is defined as the use of images, videos, infographics, presentations, and other visuals on social media platforms to craft a graphical story around key brand values and offerings.“

Sinngemäß übersetzt bedeutet es:

„Visuelles Geschichtenerzählen ist die Verwendung von Bildern, Videos, Infografiken, Präsentationen und anderen visuellen Elementen auf Social Media Plattformen, um eine visuelle Geschichte um die wichtigsten Markenwerte und -angebote herum zu entwerfen.“

Auch im Internet und auf den Social Plattfirmen sind visuelle Elemente der emotionale Türöffner, um Inahlte oder gar ganze Artikel zu lesen. Oft wird eine visuell aufbereitete Infografik häufig geteilt, geliked oder zitiert als die Untersuchung (Studie), deren Erkentnisse stichwortartig und visuell in der Grafik dargelegt werden. Inhalte werden visuell gestaltet plakativer.

Zudem ist Zeit in der Kommunikation des heutigen digitalen Zeitalters, gerade in Social Networks, Chats und Co, ein Faktor: sie wird immer schneller und visueller. Oft reicht ein „Daumen hoch“-Zeichen nicht nur auf Facebook, sondern auch im realen Leben. Letztendlich geht es bei jeder Kommunikation darum, verstanden zu werden und sein Gegenüber zu verstehen. Visuelle Kommunikation hilft, effektiver zu kommunizieren.

Fakt ist, dass wir Menschen sehr früh anfangen mit unserer visuellen Wahrnehmung die Welt zu entdecken und dementsprechend zu kommunizieren. Denn Bilder zu sehen müssen wir nicht lernen, hingegen Texte zu lesen schon. Mit sehr viel Aufwand benötigen wir Jahre, bis das Lesen für uns selbstverständlich ist. Dennoch können wir Bilder schneller entziffern als Texte, bei denen wir zuerst die Buchstaben, dann das Wort, dann den Satz und dann den Sinn des Textes verstehen.

Jeder kann visualisieren

Haben Sie sich schon einmal während eines Meetings oder eines Telefongesprächs dabei entdeckt, wie Sie irgendwelche Kreise, Schnörkel oder andere Zeichen auf ein Blatt Papier „kritzeln“? Haben Sie versucht, eine Wegbeschreibung in einer fremden Sprache ohne Skizze verständlich zu vermitteln? Visuelle Kommunikation ist überall.

Das ist der erste Schritt zu Visuals, beispielsweise Sketchnotes. Sie können auch visualisieren: Vergessen Sie einfach alles, was über perfekte Zeichnungen oder Infograken gesagt wird und trauen Sie sich, Ihrem Urinstinkt nachzugeben. Es gibt keine richtigen oder falschen Bilder. Und nichjt nur die hochbezahlten Erschaffer von Werken, die in Museen hängen, sind Künstler. Genausowenig muss nicht jeder, der etwas Schriftliches verfasst, kleine den anspruch an sich haben, Literaturpreisträger zu sein. Wichtig ist, dass Sie sich trauen, visuelle Darstellungen Sie begeistern und schon bald werden Sie Ihr Können weiterentwickeln und Element lerne, wie Vokabeln einer Fremdsprache.