Globale Sprache der Emojis

Hand aufs Herz: Sprechen und schreiben Ihre Kunden mittels Emojis? Auf Social-Media-Plattformen, in Chats, Anzeigen, E-Mails oder Blogbeiträgen – wann immer Menschen heutzutage kommunizieren, drücken sie ihre Gefühle und vieles mehr mittels Emojis aus. Und das weltweit. Sie entwickeln sich zu einer global verwendeten Sprache der Emojis. Ich verwende beispielsweise gerne dieses Katzen-Emoji: 😻!

Was sind Emojis?

Emojis sind kleine bunte Symbole für die Kommunikation im Internet und per Smartphone. Waren es anfänglich noch lachende und weinende Gesichter, Herzen und Katzen, geht es nun bis zu einem Einhorn oder einem lachenden Haufen Kot.

Die ersten Emojis führte der japanische Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo vor etwa 20 Jahren ein. Die 176 Emojis sollten einfache Informationen über Verkehr, Wetter oder den Beziehungsstatus vermitteln. Bald zogen Konkurrenten nach und entwickelten eine eigene Bildersprache.

Unterschied zwischen Emojis und Emoticons
Emojis und Emoticons werden verwendet, um in der Welt der schnellen Nachrichten und Chats auch in wenigen Zeichen Gefühle ausdrücken zu können. Doch worin besteht der Unterschied?

Den Anfang machen Emoticons: Bei Emoticons handelt es sich um schriftliche Symbole wie Punkte, Kommata und Klammern, die in einer speziellen Reihenfolge angezeigt beispielsweise ein lächelndes oder trauriges Gesicht zeigen. Sie entstehen aus ASCII-Zeichen, wie dem bekannten Grinse-Gesicht, also diesem 🙂 hier. Einige Programme wandeln die ASCII-Strichbilder automatisch in Grafiken um, den Smileys. 😄

Aus ihnen entwickelten sich die Emojis, die Emotionen und Gefühle, aber auch komplexe Zusammenhänge einfach mit einem Bild darstellen.

Emoji der Oberbegriff für eine Vielzahl ikonenhafter Grafiken, sozusagen die Weiterentwicklung von Emoticons. Sie stellen also im Gegensatz zu Emoticons nicht nur Emotionen dar, sondern auch Tiere, Pflanzen, Fahrzeuge, Essen und vieles mehr. Emojis bilden ab, wie Menschen miteinander kommunizieren. Reichten anfänglich ein weinender und ein lachender Smiley, gibt es mittlerweile auch grauhaarige Smileys für die „Generation 55+“.

Mit Emojis sprechen

Wer kennt sie nicht, die netten kleinen Ideogramme, welche unsere Gefühle widerspiegeln oder auch einfach nur Zustände, Statements, Situationen, Tätigkeiten oder Wörter visualisieren. Die Rede ist von Emojis (Japanisch für Bildschriftzeichen), die zunächst in Chats, SMS und E-Mails verwendet wurden. Sie finden überall dort Verwendung, wo wenig Platz und Zeit für viele Worte ist. Mittlerweile haben sie unsere Kommunikationswelt in einem Ausmaß erobert, dass sie nicht nur online, sondern auch gedruckt, beispielweise in Anzeigen, verwendet werden.

Diese besondere Variante entdeckte ich an der Wohnungstür eines Priesters in einer christlichen Kirche in Jordanien.

Diese besondere Variante einer Emoji-Sprache entdeckte ich an der Wohnungstür eines Priesters in einer christlichen Kirche in Jordanien.

Emojis als internationale Bildsprache

Ganze Unterhaltungen lassen sich mit den kleinen Icons bestreiten. Da die kleinen Icons sowohl sprach- als auch kulturübergreifend funktionieren bilden Emojis eine global funktionierende Sprache. Ob Tiere, Gegenstände oder Symbole, die Verständigung mittels Emojis geht über Kulturen und Generationen hinaus und sind universal verständlich. Sprachforscher sprechen Emojis das Potenzial zur Weltsprache zu 📖. Ganze Bücher, wie der Klassiker Moby Dick, wurden in die Sprache der Emojis übersetzt. Er beginnt mit dem Satz  ☎️ 👨 ⛵ 🐳 👌(“Call me Ishmael.”).

Moby Dick

Fred Benenson wagte sich bereits 2009 an eine Übersetzung des Romans Moby Dick von Herman Melville. Die Übersetzung in Emojis erfolgte über den Dienst Amazon Mechanical Turk. Drei Mitarbeiter übersetzten unabhängig voneinander jeden Satz, während weitere dann für ihre favorisierte Übersetzung abstimmten. Die so gefundene, beste Übersetzung gelangte dann in das fertige Buch mit dem Titel „Emoji Dick“.

Foto: Preliminary results from the Moby Dick Emoji Experiment by Fred Benenson (CC BY 2.0)

Foto: Preliminary results from the Moby Dick Emoji Experiment by Fred Benenson (CC BY 2.0)

Um diese visuellen Zeichen verstehen zu können, bedarf es allgemein gültiger Ansprachen (Codes). Schnell lernen und einigen wir uns in sozialen Netzwerken, dass ein Zeichen wie etwa ein Daumen-hoch so viel wie „gut“, „toll“, „o.k.“ oder „ich bin einverstanden“ beziehungsweise „ich bin deiner Meinung“ bedeutet. Manche Zeichen werden, einmal akzeptiert, schnell auch plattformübergreifend verwendet.

Bisher werden meist Substantive visuell als Icon abgebildet und Zeiten, Ansprache oder Grammatik gibt es nicht.

Mark Davis, Präsident und Mitbegründer von Unicode, stellte so auch fest:

WENN MAN SICH DIE EMOJIS ANSIEHT, FÄLLT AUF: ES SIND FAST ALLES NOMEN, KEINE ADJEKTIVE UND KAUM VERBEN.

Beinahe jede Lebenslage und Stimmung lässt sich mithilfe der bereits bestehenden 2.623 kleinen Bildchen ausdrücken.
Visuelle Kommunikation
Sogar wenn wir sprechen nutzen wir visuelle Kommunikation in Form von Mimik und Gestik zur Verdeutlichung und Unterstützung der Aussagen. Denken Sie nur an unsere Körpersprache, eine nonverbale Sprache, die von den Augen wahrgenommen wird und universell funktioniert: Das Runzeln unserer Stirn, wenn wir nachdenken, das Anheben der Mundwinkel, wenn wir uns über etwas freuen. Meist werden mittels dieser Visualisierung Emotionen vermittelt.

Vorteile der Verwendung von Emojis

Die Vorteile liegen auf der Hand: Sie sind schnell einsetzbar und werden von Menschen auf der ganzen Welt verstanden.

Egal ob auf Facebook- oder Instagram-Posts, in Messenger-Nachrichten, bei Gesprächen einer Online-Community, in E-Mails oder auf Twitter, verbindet heutzutage eine Tatsache alle schriftlichen Kommunikationskanäle: Reiner Text reicht nicht mehr aus. Um beim Schreiben die eigenen Gefühlszustände und Stimmungen verdeutlichen zu können und Stilmittel wie Ironie kurz und schmerzlos auszudrücken, werden Emoticons und Emojis verwendet. Die Emoji-Anzahl wächst rasant

Erst 2010 sorgte das sogenannte Unicode-Consortium, für eine erste Enzyklopädie der Emojis und nahm 722 der Symbole in ihren Zeichensatz, dem Unicode, auf. Seit 2011 verfügen iPhones über eine Emoji-Tastatur, seit 2013 auch Android-Smartphones.

Die Anzahl der Emojis wächst jährlich: Alleine 2019 sollen 230 neue Emojis hinzukommen. Neben neuen Abbildungen von Tieren und Essens-Emojis soll auch die Abbildungen von Menschen erweitert werden. Auf der Webside unicode.org finden Sie eine Liste der neuen Emojis. Damit erweitert sich der Emoji-Wortschatz ständig. Die Unicode-Consortium ist auch für die Auswahl und Zulassung neuer Emojis zuständig. Übrigens wird der Welt-Emoji-Tag am 17. Juli gefeiert.

Nicht jeder kennt sofort die Bedeutungen aller Emojie-Icons. Hier bietet emoticonwiki.de eine wunderbare Hilfestellung. Klicken Sie beispielsweise auf das lachende Gesicht mit Herzaugen, so erhalten Sie folgende Erklärung.

Das Emoticon-Wiki hilft bei der Bedeutungssuche einzelnen Emojies.

Das Emoticon-Wiki hilft bei der Bedeutungssuche einzelner Emojies.

Auch die Verwendung einzelner Emoji ist mittels

✂️ Copy and 📋 Paste

kinderleicht: nutzen Sie einfach die Website getemoji.com.

Nun bleibt nur noch die Frage: Buchstabieren Sie noch, oder symbolisieren Sie schon?