Glossar: Design-Thinking

Was ist eigentlich Design Thinking? Und was hat es mit Storytelling zu tun?

In dem Glossar Storytelling und Content Marketing beschäftigen wir uns hier mit dem Begriff Design Thinking: 

Was ist Design Thinking?

Gründungsgeschichten oder Produktgeschichten sind so bekannt wie alte Hüte. Doch wie kommt man auf die Idee für innovative und relevante Storys? Eine Methode hierfür ist Design Thinking.

Im Kern geht es beim „Denken rund um das Design“ um die optimale Gestaltung von Produkten und Situationen aus der Sicht des Nutzers (Verbrauchers, Publikums). Der Design-Thinking-Prozess ist eine systematisierte Herangehensweise, um Aufgabenstellungen und Herausforderungen (Probleme) in allen denkbaren Lebensbereichen zu lösen.

Ein weiteres Konzept im Design Thinking ist die Geisteshaltung und/oder Denkweise: Durch den menschenzentrierten Ansatz und die thematische Ausdehnung auf alle Lebensbereiche wird dieser Prozess zu einer universell einsetzbaren Methode.

Übertragen wir den Gedanken auf Storytelling, also das bewusste Vermitteln von Botschaften, so sind sowohl optimales Storytelling als auch die Design-Thinking-Methode vor allem auf die Bedürfnisse des Nutzers, in unserem Fall des Publikums, ausgerichtet.

Mit der Design-Thinking-Methode werden komplexe Aufgaben sowie Problemstellungen gelöst. Mittlerweile arbeiten viele Unternehmen, Universitäten oder Innovations- und Kreativlabs mit dem Design-Thinking-Ansatz, um neue Potenziale zu erkennen und Möglichkeiten umzusetzen.

Definition von Design Thinking

Das bekannte Hasso-Plattner-Institut (HPI), School for Design Thinking, definiert es folgendermaßen:

Design Thinking ist eine systematische Herangehensweise an komplexe Problemstellungen aus allen Lebensbereichen. Der Ansatz geht weit über die klassischen Design-Disziplinen wie Formgebung und Gestaltung hinaus. Im Gegensatz zu vielen Herangehensweisen in Wissenschaft und Praxis, die von der technischen Lösbarkeit die Aufgabe angehen, stehen Nutzerwünsche und -bedürfnisse sowie nutzerorientiertes Erfinden im Zentrum des Prozesses. Design Thinker schauen durch die Brille des Nutzers auf das Problem und begeben sich dadurch in die Rolle des Anwenders.

Der Design-Thinking-Prozess

Anhand der einzelnen Schritte des Design-Thinking-Prozesses können strukturiert Geschichten aufgebaut werden.

Anhand der einzelnen Schritte des Design-Thinking-Prozesses können strukturiert Geschichten aufgebaut werden.

Storytelling-Unternehmen wie Pixar nutzen den Design-Thinking-Prozess, um ihre Geschichten zu entwickeln: „While any company synonymous with Disney is bound to be blessed with more than a little magic, Pixar’s creativity is grounded in process and design thinking.“ (Quelle)

Frei übersetzt bedeutet es in etwa: „Während jedes Unternehmen, das mit Disney gleichbedeutend ist, mit mehr als nur ein wenig Magie gesegnet ist, basiert Pixars Kreativität auf Prozess- und Design-Denken.“

Sehen wir den Design-Thinking-Prozess im Sinne einer Schritt-für-Schritt-Anleitung mit definierter Eingabe (Problemstellung, Fragestellung etc.) und definierter Ausgabe (Prototyp, Implementierung etc.), kann er als Bauanleitung zur Erstellung einer Story fungieren.

Häufig sind Ideen Ergebnisse von Prozessen

Wirklich gute Ideen – also innovative, neue und solche, die umsetzbar sind und akzeptiert werden – kommen nicht einfach so über Nacht; häufig sind sie das Ergebnis arbeitsintensiver und gezielt gesteuerter Prozesse, wie beispielsweise des Design Thinkings oder der Entwicklung einer Story. Design Thinking ist eine in Stanford entwickelte Arbeitsmethodik, die mithilfe verschiedenster Werkzeuge Ideenfindung und Innovationen in einer Gruppe bestmöglich fördert.

Folgende drei Aspekte sollten bei der Durchführung eines Design-Thinking-Prozesses berücksichtigt werden:

  1. Wünschbarkeit: Hierbei steht immer der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Vordergrund. Ob eine Idee, eine Story oder eine Veränderung auch angenommen und akzeptiert wird, ist abhängig davon, ob sie die Bedürfnisse derjenigen Menschen, die erreicht werden sollen, ansprechen, wecken oder erfüllen können.
  2. Machbarkeit: Hierbei stellt man sich als Unternehmen, Mitarbeiter und Creator immer die Frage, ob das, was in dem Prozess als Idee aufgekommen ist, auch realisierbar ist. Denn Innovation und Wandel sind nur möglich, wenn diese auch machbar und umsetzbar sind. Möchte ich also als Tourismusbüro meine Gäste an den jeweiligen Wunschort beamen, so ist das bisher nicht realisierbar. Damit kommen wir auch zum letzten Punkt, der
  3. Wirtschaftlichkeit: Selbst wenn wir uns à la Raumschiff Enterprise an einen Ort beamen könnten, der Zeitaufwand und die Kosten aber noch so hoch wären, dass es nur zwei potenzielle Kunden gäbe, würde sich aus wirtschaftlicher Sicht die Realisation zunächst nicht lohnen. Die Design-Thinking-Methode berücksichtigt immer die Frage: Ist etwas praktikabel, also technisch und auch wirtschaftlich durchführbar und sinnvoll?

Die oberen drei Voraussetzungen sind gerade in Unternehmen und Organisationen notwendig, damit Ideen entwickelt werden, die auch durchführbar sind und sich zugleich wirtschaftlich tragen.

Glossar Storytelling & Content Marketing
In dem Storytelling und Content Marketing Glossar finden Sie wichtige Begriffe rund um die Themen zum virtuellen Nachschlagen. Einzelne Begriffe werden kurz erläutert bzw. anhand von Beispielen gezeigt. Das Glossar wird kontinuierlich erweitert und aktualisiert.