Glossar: Was ist ein Lab?

Glossar Storytelling & Content Marketing

Im Zusammenhang mit kreativen, innovativen sowie praxisnahen Weiterbildungsangeboten ist oft die Rede von Labs. Doch ist ein Lab? In dem Glossar Storytelling und Content Marketing beschäftigen wir uns nun mit dem Begriff Lab und erläutern dessen Bedeutung.

In den letzten Jahren ist international ein Anstieg neu entstehender Wirtschafts- und Innovationsorte festzustellen, die temporär und interdisziplinär für das Arbeiten und Experimentieren, der gemeinschaftlichen Entwicklung von Ideen sowie der Umsetzung neuer Organisationsformen genutzt werden. Neben Coworking Spaces tauchen eine ganze Bandbreite unterschiedlicher Formationen auf, kurz auch Labs (abstammend von Laboratorien) genannt.

Die Arbeitsstruktur eines Labs ist meist eine offene, häufig auch zeitlich begrenzte Zusammenarbeit zwischen kreativen Köpfen innerhalb eines Unternehmens oder auch zwischen Forschungsinstitutionen und potentiellen Kunden. Sowohl die Ausstattung der Räume als auch die ungewohnte personelle Zusammensetzungen schaffen ideale  Voraussetzungen – außerhalb etablierter Routinen – für kreative Denkprozesse.

Ziel jedes Innovationsprozesses ist  der interdisziplinäre, verschiedene Akteure übergreifende Austausch von Informationen, Wissen und Ideen. Eine in Labs häufig angewendete Methode ist das Design Thinking.

Das RKW- Kompetenzzentrum unterscheidet zwischen folgenden Lab-Typen:

  • Grassroot Labs: Hierunter sind Labs gruppiert, die aus einer privat (und weniger kommerziell) motivierten Initiative von (mehreren) Einzelpersonen entstanden sind, die (zum Teil eigene) Räume – häufig mit Werkstattcharakter – zur Verfügung gestellt haben bzw. stellen. Häufiges Motiv dieser Labs ist die Freude am Experimentieren sowie der kreative Austausch.
  • Co-Working Labs: Die Labs dieser Kategorie haben in der Regel ein handfestes Geschäftskonzept. Sie bieten (überwiegend) reale Räume zum Arbeiten vor Ort an und stellen sie für heterogene Nutzer zur Verfügung. Flexible Nutzungsbedingungen kennzeichnen die Angebotspalette, die auch für die wechselnden Konstellationen der Akteure unterstützende Formate, zum Beispiel Programme und Veranstaltungen, enthalten.
  • Unternehmenseigene Labs: Diese Labs werden von einem oder mehreren kooperierenden Firmen eingerichtet, um die eigenen Innovationsprozesse zu verbessern und die gezielte Einbindung externer Experten und potenzieller Kunden zu erleichtern bzw. anzustoßen. Anderen externen Teilnehmern können je nach Geschäftsmodell auch die entsprechenden Leistungen angeboten werden, womit solche Labs in diesem Teil dann auch wieder Coworking-Labs im oben bschriebenen Sinne sind.
  • Forschungs- und Hochschulnahe Labs: Diese Labs sind gehen auf die Initiative von Hochschulen oder anderen Forschungs- und Entwicklungs-Einrichtungen zurück. Wie alle Labs dienen sie dazu, externe Organisationen und Unternehmen in die Projekte einzubinden und gemeinsam Forschungs- und Entwicklungs-Projekte zu bearbeiten.

Neben den oben genannten Labs existieren sogenannte Inkubatoren, die Startkapital, Know-how, einen Marktzugang etc. anbieten und darüber hinaus einen Arbeitsräume (Coworking Space) zur Verfügung stellen.

Labs in der Praxis:

Gerade große Medienhäuser wie die BBC oder New York Times experimentieren in Labs, mit dem Ziel, neue Formate zu entwickeln. Sehen Sie sich beispielsweise einen typischen Tag in einem „innovation incubator” der BBC an: „What does a typical day in BBC-News Labs look like?“

Zu dem Thema Labs in der Praxis verweise ich auf einen hervorragenden Artikel, geschrieben von Christine Schmidt, mit dem Titel: 12 prototypes, eight weeks, and lots of tapping: What’s worked (and hasn’t) in the BBC’s quest for new storytelling formats.

In dem unteren Video der „Research & Development“-Abteilung der BBC sehen Sie Ergebnisse eines Storytelling-Labs, deren Aufgabe darin bestand, neue Formate zu entwickeln, die junges Publikum für Nachrichten (News) zu begeistern:

News on the internet is largely served up as 500 to 800-word articles - a legacy of newspapers. Although the digital article has been enhanced and improved with new technologies, it still works on the assumption that ‚one size fits all‘. For this BBC R&D project our goal is to develop new story formats for news that are more effective than conventional video or article formats. Can we make something better?

Übersetzt bedeutet es soviel wie:

Nachrichten werden im Internet größtenteils als 500- bis 800-Wort-Artikel angeboten. Die ist noch ein Vermächtnis der Printmedien. Obwohl der digitale Artikel mit neuen Technologien erweitert und verbessert wurde, geht er immer noch von der Annahme aus, dass nach dem Motto ‚one size fits all‘, die gewohnte Beitragslänge auch im Onlinebereich übernommen werden kann. Für das F&E-Projekt der BBC ist es unser Ziel, neue Story-Formate für Nachrichten zu entwickeln, die effektiver sind als herkömmliche Video- oder Artikelformate. Die Frage lautet stets: Können wir etwas Besseres machen?

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In dem Storytelling und Content Marketing Glossar finden Sie wichtige Begriffe rund um die Themen zum virtuellen Nachschlagen. Einzelne Begriffe werden kurz erläutert bzw. anhand von Beispielen gezeigt. Das StoryBaukasten-Glossar wird kontinuierlich erweitert und aktualisiert.