Grundbausteine zur Story-Entwicklung

Drei-Akte-Struktur

Im Grunde bestehen alle Geschichten aus einer Handvoll wiederkehrender Elemente (Grundbausteine), die uns in Mythen, Märchen, Träumen und Filmen immer wieder begegnen. Sie spiegeln den Kreislauf der menschlichen Existenz wider und bilden ein Schema für gut funktionierende Geschichten. 

Egal in welchem Medium eine Geschichte erzählt wird, ob als Video auf YouTube, als Rede auf einer Jubiläumsfeier und als Geschichte, die im Freundes- oder Kollegenkreis erzählt wird, sie funktioniert nur, wenn die Grundelemente vorhanden sind, der Spannungsbogen und die Dramaturgie erlebbar und das „Publikum“ emotional angesprochen wird. Also bleiben die Grundelemente einer Story gleich.

Grundbausteine zur Entwicklung einer Story

Es gibt unterschiedliche Definitionen von Storytelling. Dennoch hat jede Story bestimmte Merkmale, ein Storymuster, um als Geschichte bezeichnet werden zu können.

Jede Story enthält

  • eine Ausgangssituation (Anfang)
  • einen Helden
  • ein Ereignis oder ein Problem (Konflikt)
  • eine Veränderung
  • und bietet eine Lösung der Konfliktlösung mit einer neuen Endsituation an.

Diese Grundbausteine gehören in jeder Story:

Erzählungen und Geschichten haben einen dramaturgischen Aufbau. Jede Story durchläuft einen Prozess, startet mit einem Anfang und endet nach dem Mittelteil mit einem konkliktauflösendem Schluss. Auch der Spannungsbogen darf in keiner Story fehlen: Er ist der „Ablaufplan“ oder die „Wirbelsäule einer Geschichte“, die alles zusammenhält. Der Spannungsbogen hilft, die Aufmerksamkeit, das Interesse und die Erwartung des Publikums aufrechtzuerhalten.

Doch zunächst benötigt eine Geschichte auch einen Rahmen: Denn das Publikum muss wissen, wo die Erzählung stattfindet, wann sie erzählt wird und wer darin vorkommt.

 

Jede Geschichte benötigt einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss.

Jede Geschichte benötigt einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss.

 

Erste Schritte: Die W-Fragen

Der „Goldene Kreis“ nach Simon Sinek: Erst kommt das „Warum“, dann kommt das „Wie“ und zuletzt das „Was“.

Der „Goldene Kreis“ nach Simon Sinek: Erst kommt das „Warum“, dann kommt das „Wie“ und zuletzt das „Was“.

Bevor eine Story erstellt wird sollten zunächst die wichtigen W-Fragen gestellt und beantwortet werden!

Für den Aufbau einer Story ist zunächst wichtig, „Warum“ man etwas tut (Mission):

  • Wie lautet Ihre Mission (der Daseinszweck), das Motiv oder Ihre Werte?
  • Was soll mit der Story erzeugt werden (Ziele)?
  • Womit befriedigt Ihr Unternehmen oder Ihre Marke die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppen?

Hierauf folgt die Frage nach dem „Wie“, also wie man etwas macht:

  • Mit welchen Mitteln setzen Sie Ihre Ziele um?
  • Warum haben Sie diese Mittel und Wege ausgesucht?
  • Wie ist Ihr Produkt/Ihr Service beschaffen?

Nun wird die Frage nach dem „Was“ beantwortet:

  • Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?
  • Wie unterscheidet sich Ihr Angebot von dem der Mitbewerber?
  • Was macht Sie einzigartig?
  • Wer oder was hat Sie inspiriert
  • Und womit inspirieren Sie andere Menschen (Ihre Zielgruppe)?

Wen? – Die Zielgruppe nicht vergessen!

Natürlich ist  die Zielgruppe, das Publikum, ein besonders wichtiger Faktor – also 

„Wen“ spreche ich genau an? Hier ist es wichtig die Zielgruppe genau zu analysieren:

  • Wer ist sie, welche Bedürfnisse hat sich, welche Sprache spricht sie, welche Plattformen (Medien) nutzt sie? Erstellen Sie sich bestenfalls zumindest eine Persona Ihrer Zielgruppe.

Warum wird die Story erzählt?

Jetzt überlegen Sie sich, „Warum“ Sie eine Story erzählen möchten:

  • Gibt es einen Anlass, warum gerade diese Story erzählt werden soll? Denken Sie dabei an die Ur-Themen.
Ur-Themen
 Folgende Ur‐Themen findet man in vielen Storys:

  • Leben & Tod
  • Ankunft & Abschied
  • Liebe & Hass
  • Geborgenheit & Furcht
  • Wahrheit & Lüge
  • Stärke (Macht) & Schwäche
  • Treue & Betrug
  • Gut & Böse

Dabei wird in jeder Story zumindest eines dieser  Ur-Themen behandelt.

Nun beantworten Sie folgende Fragen:

  • Wie sieht die Story aus? Welchen zeitlichen und inhaltlichen Rahmen hat die Story? Welchen Storytyp wählen Sie?
  • Womit vermitteln Sie Ihre Ziele? Welchen Helden, welche (Bild-)Sprache oder Metaphern wählen Sie?
  • Wozu – also welchen Mehrwert hat das Publikum (Belohnung)? Welche Emotion bzw. welche Handlung soll mit der Story erreicht werden?

Ohne Einsatz geht’s nicht!

Häufig höre ich in Workshops oder Gesprächen, dass die „vorarbeiten“ für eine Story zeitaufwändig ist. Ja, das stimmt, aber wer diese Arbeit einmal macht, kann sie immer einsetzen.