Session: Storytelling der Zukunft

#dmcmuc

Das gesamte Wochenende fand bei mir und weiteren 295 Besuchern das Digital Media Camp #dmcmuc in den neuen Büros von Microsoft in München-Schwabing statt. Die zwei Tage waren gefüllt mit Inspiration, tollen Sessions, Networking und viel Input.

Digital Media Camp 2017

Das Digital Media Camp in Zahlen #dmcmuc : 12 l Wein, 1092 Tassen Kaffee, 67 Sessions, 296 Teilnehmer, 4461 Tweets

 

Am Samstag hielt ich auch eine Session zum Thema „Digitale Storytelling – Storytelling der Zukunft“.

Mich interessiert, wohin die Reise geht. Neue Techniken wie VR, AR, Hololenses, 360-Grad-Videos, alles das könnte, so meine These, die Art und Weise des Erzählens (Storytellings) beeinflussen.

Ich denke nur an Second Life, eine Plattform, wo Menschen gemeinsam in einer speziellen Story-Umgebung (Story-Universum) sich eigenen Figuren, eigenen Inseln oder Events erschaffen können. Hier kann man sich treffen und nun auch mit den neuen Techniken gemeinsame Erfahrungen austauschen oder Erlebnisse erleben. Werden Storykonsumenten zu aktiven Storyerzählern?

Denn Digitale Medien erweitern das Storytelling um eine Dimension: die Interaktivität. Ja, natürlich können Sie nun sagen, dass auch bei einem Kasperletheater Kinder und deren Reaktionen mit in die Story einbezogen werden. Oder denken wir an das Improvisationstheater oder die Improvations-Oper, an den Einsatz von Storytelling in Kindergärten und Schulen und nicht zuletzt im Bereich des Change-Managements. So werden auch hier ansatzweise bestimmte Gruppen live und aktiv mit ins Geschehen einbezogen. Mit dieser These stieg ich in die Diskussion ein.

Richard Joerges von DEXPERIO stiegt mit in Session ein und erklärte den Status Quo der derzeitigen Technik, die Möglichkeiten und die großen Lücken.

Vortrag zu Storytelling der Zukunft

Folgendes habe ich von der Session mitgenommen:

  • Die Technik steckt noch zu sehr in den Kinderschuhen.

Einige Teilnehmer haben bereiter VR-Brillen und ähnliches gekauft, aber nach einiger Zeit enttäuscht weggelegt. Sie sind zu aufwendig, zu uninteressant, zeigen Nebenwirkungen wie Gleichgewichtsstörungen und sind noch zu einschränkend (unsexy)

  • Einsatz zum Wissenstransfer: Die Erfahrungen, beispielweise in ein neues Land oder eine historische Stätte einzutauchen, ist gerade für Wissensvermittlung (Teaching) sehr interessant. Hierbei gehen wir davon aus, das die jeweilige Lernstory nur 1-2-mal von einer Person angeschaut wird und somit auch nicht langweilig werden kann.
  • Für News und Reportagen, wie beispielsweise von Arte oder der SZ realisiert, lohnt sich ein 360-Grad-Rundumblick. Arte hat jedoch bei seinen 360-Grad-Reportagen gemessen, dass die User meistens nur nach vorne schauen – den vollen Umfang nicht nutzen. Storyteller müssen nun mittels Akustik oder Bewegung das Interesse der User lenken.
  • Zielgruppe Gamer sind aufgeschlossen: Game nutzen die Möglichkeiten des Zusammenspieles und kreativen Entwicklung in einer Umgebung bereits seit Jahren.
  • Fehlendes Engagement: Die Aussage „User sind im Grunde genommen faul“  war sehr überraschend für mich. Die meisten Sessionbesucher waren der Meinung, dass User / Publikum eine Story konsumieren und nicht erarbeiten Möchten. Wenn sie aktiv sein wollen, treffen sie sich bereits jetzt in aktiven Gruppen und spielen beispielsweise zusammen Theater, anstatt ein Theaterstück anzusehen.
  • Qualität: Eine gute Story muss auch weiterhin eine gute Story sein, um zu funktionieren, egal wie und wo sie erzählt wird.
  • Immersion: Die Frage bleibt immer – egal ob beim Lagerfeuer oder für eine Virtual Reality Story – gleich? Wie zieht man das Publikum in eine Geschichte? Das ist die alte Idee von Geschichtenerzählern, den Zuschauer in den Bann der Geschichte zu ziehen.

Domingos de Oliveira fasste die Session in einem Rückblick folgendermaßen zusammen:

Session Nr. 3 drehte sich um das Thema Zukunft des Storytelling. Hier ging es vor allem um die Frage, inwieweit neue Technologien wie Virtual Reality genutzt werden können, um Geschichten besser zu erzählen. Die Stimmen schwankten zwischen Euphorie – das neue Superding – hin zu Skepsis – Hype wie 3D, ist bald vorbei. Ich tendiere eher zu letzterer Ansicht. VR ist derzeit zu teuer und zu kompliziert. Es fehlt die WOW-Anwendung, etwas, was den Mainstream davon überzeugt, dass er die Brillen, Headsets und was es alles gibt tatsächlich benötigt.Feedback

 

Die Kernfrage ist immer, wie interessiert man den Zuschauer für den Inhalt.

Die Kernfrage ist immer, wie interessiert man den Zuschauer für den Inhalt. Da setzen wir auch mit 360-Video und in VR an. Man sitzt jetzt in der Geschichte, wechselt die Perspektive; das Video ist interaktiv, denn der Zuschauer kann den Blickwinkel verändern, indem er den Kopf dreht. – sagt  Kay Meseberg, Projektleiter Arte 360/VRKernfrage

Weiterer Link: 360 Grad Treffen in München http://entwicklungslabor.mdr.de/post/152126759097/360-grad-treffen-in-münchen

Richard Joerges schreibt auf Facebook: 

„Gerade eine sehr schöne Session mit Pia Kleine Wieskamp zum Thema Storytelling in immersiven Medien mit technischem Input kooperativ angereichert.“

Da kann ich mich nur anschließen.

 

Nachtrag vom 28.3.2017:

Gerade habe ich einen weitere Besprechung meiner Session gefunden:

Daniela Heggmaier zur #dmcmuc2017

Daniela Heggmaier @WritingKitten zur #dmcmuc2017

Storytelling der Zukunft von Pia Kleine-Wieskamp Ich lernte: Virtual oder Augmented Reality hin oder her, noch ist es eine Herausforderung, durch Technik Geschichten „fühlbar“ zu erzählen. Einige Besucher der Session hatten VR-Brillen ausprobiert, aber nach ein paar Tagen gelangweilt weggelegt. Noch sind die Anwendungen nicht so gut, dass wir verweilen wollen. Anwendungsmöglichkeiten fanden sich viele: Spiele und Rollenspiele, Management-Trainings in Krisensituationen, Vorschau auf Urlaubsreisen, Lernen, Therapie. Die Passivität der „User“ – die Faulheit der Menschen – stand als Hindernis im Weg, neue Formate auf den Weg zu bringen. Auch im Journalismus wird damit experimentiert, wie man Stories in Zukunft erlebbarer erzählen und damit neue Zielgruppen erreichen kann. Ein spannendes Thema.Rückblick von Daniela Heggmaier zur #dmcmuc2017