Story-Erstellung mit dem Design-Thinking-Prozess

Was ist eigentlich Design Thinking? Und was hat es mit Storytelling zu tun?

So funktioniert innovatives Storytelling: In sechs Schritten werden anhand des Design-Thinking-Prozesses Geschichten erstellt!

Was ist Design Thinking

Ursprünglich aus dem Industrie-Design stammend, ist der Design-Thinking-Ansatz gut auf Kommunikationsthemen adaptierbar. Da der Prozess eine stetige Rückkopplung, also eine Feedbackschleife möglicher Lösungsansätze mit der Zielgruppe, durchläuft, in der Anmerkungen und Fragen der Zielgruppen mit in den Prozess einfließen, sind die Ergebnisse sehr praxisnah und umsetzbar.

Frühe Formen von Prototypen machen Lösungsansätze schnell sichtbar und sind somit leichter kommunizierbar. Sie dienen auch den einzelnen Test- und Feedbackschleifen mit der Zielgruppe. Obwohl die einzelnen Prozessschritte klar definiert sind, ist deren Abfolge nicht streng linear festgeschrieben.

Die Bedeutung der Begriffe Design und Thinking nach Jens Jacobsen

Die Bedeutung der Begriffe Design und Thinking nach Jens Jacobsen: „Design Thinking: Hinter dem Hype steckt eine praktische Methode“.

Das Gegenteil hiervon ist der Fall, denn der Design-Thinking-Prozess unterstützt das iterative Vorgehen, bei dem man, wenn nötig, jederzeit einen oder mehrere Schritte vor- beziehungsweise zurückgehen soll, bis das Ergebnis zufriedenstellend ist. Dies bedeutet insbesondere, dass durch die gefundene Lösung die Bedürfnisse und Motivationen der Menschen, welche „am Ende“ die Anwender und Nutzer der jeweiligen Ergebnisse sind, umfassend berücksichtigt und einbezogen wurden.

Lesetipp
Lesen Sie auch den Glossar-Beitrag über Design-Thinking.

Was hat Design Thinking mit Storytelling zu tun?

Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Beide Ansätze analysieren den Istzustand, formulieren klare Ziele, durchleuchten die Zielgruppe und orientieren sich an deren Bedürfnissen. Zudem eignen sich beide Ansätze (wenn man so will auch Methoden), um Fragen zu stellen, Denkprozesse anzukurbeln sowie innovative Ideen und Lösungsansätze zu entwickeln.

Bausteine mittels agiler Methoden in einem Prozess umsetzenBei einem Bausatz kommt es zuweilen vor, dass zwar das die Idee, das Prinzip und die Vorgehensweise stimmen, aber die einzelnen Bausteine nicht genau zusammenpassen oder auf die Organisation und Anforderungen individuell angepasst werden müssen. In diesem Fall ist es ratsam, den Bausatz nicht einzusetzen, sondern eine Maßanfertigung vorzunehmen, die der Vorgehensweise der ursprünglichen Bauidee entspricht. Bei dieser Umsetzung empfiehlt es sich Geschichten anhand der agilen Design-Thinking-Methode anzupassen und als Prozess anzusehen.

Kurz und Gut
Der Design-Thinking-Prozess hilft, Ideen zu entwickeln, die die Befriedigung menschlicher Erwartungen und Bedürfnisse in den Vordergrund stellen, und bis zum ersten Testprototypen – im Falle der Story bis zum Storyboard – weiterzudenken. Der Prozess dient zur konkreten und umsetzbaren Lösungsfindung.

Story-Erstellung mit Desing-Thinking

Auf die Story-Erstellung übertragen sollen am Ende Geschichten herauskommen, die den Bedürfnissen der Zielgruppe entsprechen. Zunächst ein kurzer Überblick über die einzelnen Phasen:

Anhand der einzelnen Schritte des Design-Thinking-Prozesses können strukturiert Geschichten aufgebaut werden.

1. Verstehen (Empathize): In diesem Schritt geht es um das Verständnis der Aufgabe und deren Definition. Im englischsprachigen Raum wird diese Phase auch mit „Empathize“ bezeichnet, denn es geht darum, die Bedürfnisse und Problemstellungen (Herausforderungen) des Publikums nicht nur anhand von Zahlen und Fakten zu erahnen, sondern wirkliche Bedürfnisse (Needs), Schmerzpunkte (Pain-Points) und Gefühle emotional nachvollziehen zu können.

2. Beobachten (Observe): Beim Design Thinking geht es darum, Probleme aus der Sicht der Menschen zu lösen. In diesem Schritt dreht sich alles um diejenigen, für die die Story gedacht ist, also das Publikum (Adressaten). Es geht um ein tieferes Verständnis dieser Adressaten, deren Bedürfnisse, Wünsche und Zweifel. Zudem müssen in dieser Phase die Sprache, die Bildwelt sowie die Kommunikationskanäle erkannt und definiert werden, die das Publikum nutzt.

3. Synthese (Point of View): In dieser Phase werden die gesammelten Informationen ausgewertet, auf Post-ist-Zetteln notiert und zur Übersicht an eine Wand geheftet. Die Zettel werden gruppiert und in neue Zusammenhänge gebracht. So können Muster in einer Informationsflut sichtbar gemacht, Bedürfnisse geclustert und zu Themen geordnet werden.

4. Ideen finden und entwickeln (Ideate): Anhand der gewonnenen Ergebnisse und mit dem recherchierten Hintergrundwissen folgt die Entwicklung der Ideen. Dafür kann jede beliebige Kreativitätstechnik angewendet werden. Hat die Persona beispielsweise ein Bedürfnis nach Sicherheit und Angst, ihren Job zu verlieren, können dies Ausgangideen für Storys sein. In dieser Phase sollen möglichst viele Ideen produziert werden. Nach der Sammlung der Ideenvorschläge werden diese strukturiert und in Themen und Gemeinsamkeiten zusammengefasst. Nun werden aus der Ideensammlung die vielversprechendsten bezüglich Attraktivität, Umsetzbarkeit und Budget ausgesucht.

5. Prototyping: Nun geht es an die Verfeinerung der ausgewählten Ideen. In dieser Phase wird der Urtyp (Prototyp) oder das Storyboard entwickelt, um die Idee sowie die Story beim Publikum testen zu können. Erstellen Sie skizzenhaft den Ablauf der Storyidee (Storyboard) etwa in Papiermodellen, Rollenspielen oder Ähnlichem. Diese Phase hilft, die Idee konkret zu durchdenken und in Gruppen zu diskutieren. Ziel ist es, die Storyidee zu verstehen und weiterzuentwickeln.

6. Testen: Sobald die Prototypen konkret sind, erfolgt ein offener Dialog mit anderen Teammitgliedern, mit Kollegen außerhalb des Projektteams und mit Vertretern der Zielgruppe.

Story-Bauplan mit Design-Thinking verbinden

Der Story-Bauplan umfasst sieben Stufen zur Entwicklung einer (Visual) Story:

Analysephase: Istzustand, Marktumfeld, Mitbewerber, Zielgruppe, Kanäle beobachten und analysieren. Hierbei ist es wichtig, die Vision des Unternehmens in einer Botschaft klar zu definieren, damit sämtliche Geschichten genau diese Vision und den Kern des Unternehmens widerspiegeln werden.

• Konzeptphase: Kernbotschaft, Werte und Ziele festsetzen.

Kreationsphase: Storyidee finden und skizzieren. Storyart (Video, Fotografie, Multimediastory, Illustration etc.) festlegen und Kommunikationskanäle bestimmen. In dieser Phase beginnt auch die erste Testphase der Storyidee beim Publikum.

Planung: Ein Projektplan (Zeit, Personen, Budget) wird entwickelt.

Umsetzung: Ausführung der Idee bis zum Composing (Postproduktion) der fertigen Story.

Verteilen: Kommunikation, PR, Marketing und Verbreitung der Story (Beobachten und Feedback einholen).

Kontrolle: Beobachten, Erfolge messen, eventuell Maßnahmen treffen.

Verbinden Sie nun diesen Bauplan mit den Phasen des Design-thinking-Prozesses, haben Sie eine wundervollen Ansatz, um Ihre Storys zu erstellen.

Glossar Storytelling & Content Marketing
In dem Storytelling und Content Marketing Glossar finden Sie wichtige Begriffe rund um die Themen zum virtuellen Nachschlagen. Einzelne Begriffe werden kurz erläutert bzw. anhand von Beispielen gezeigt. Das Glossar wird kontinuierlich erweitert und aktualisiert.