StoryDoing durch Aktionen: Mohnblumen erinnern an Kriegsopfer

StoryDoing: Aktion des Künstlers Walter Kuhn - Tausende Mohnblumen aus roter Kunstseide auf dem Münchner Königsplatz als ein Mahnmal für den Frieden. #neveragain

Botschaften können unterschiedlich kommuniziert werden. Eine ganz besondere Art von Storytelling ist das StoryDoing, etwa mit einer Installation im Öffentlichen Raum. Der Aktionskünstler Walter Kuhn zeigt zum Jahrestag der Beendigung des Ersten Weltkriegs einen Blütenteppich aus roten Mohnblumen auf dem Münchner Königsplatz. Seine Botschaft lautet: „Never Again“ Krieg.

StoryDoing: Aktion des Künstlers Walter Kuhn - Tausende Mohnblumen aus roter Kunstseide auf dem Münchner Königsplatz als ein Mahnmal für den Frieden. #neveragain

StoryDoing: Aktion des Künstlers Walter Kuhn – Tausende Mohnblumen aus roter Kunstseide auf dem Münchner Königsplatz als ein Mahnmal für den Frieden. #neveragain

Am 11.11. 2018 jährte sich das Ende des Ersten Weltkriegs zum hundertsten Mal. Der Münchner Aktionskünstler Walter Kuhn nahm dies zum Anlass den Königsplatz zu diesem Anlass in einen Teppich voller Mohnblüten zu verwandeln. Die Botschaft des Künstlers ist deutlich: Das Meer voller Mohnblüten ist ein Mahnmal für den Frieden.

StoryDoing: Aktion sind wirkungsvoll

Aktionen werden häufig dazu verwendet, um Menschen auf etwas aufmerksam zu machen. Die Initiatoren möchten ein Zeichen setzen und schaffen Erlebnisse, damit der Betrachter sich mit einem Thema, einer Situation auseinandersetzt. In der Sprache der Kommunikation wird es auch StoryDoing genannt: Je mehr der Betrachter in die Story involviert wird, sie hautnah erlebt, desto eher treten Emotionen auf und das Gefühlte und Erlebte bleibt im Langzeitgedächtnis haften.

So auch in München. Auf dem Rasen vor der Glyptothek und der Staatlichen Antikensammlung befinden sich tausende Seidenblüten. Der Betrachter kann zwischen den Blumen hindurchgehen, sich dem Platz von allen Seiten nähern und immer wieder neue Ansichten und Eindrücke erfahren. Beeindruckend sind auch die Reaktionen der Menschen, die sich langsam dem Blütenteppich nähern, einzelne Blüten anfassen, Kameras und Handys hervorholen, um das das Kunstwerk festzuhalten oder von sich und dem Kunstwerk Selfies zu erstellen.

Der Kontext eines Visuals ist wichtig

Als Transportmittel der Botschaft „Nie wieder Krieg!“  wählte der Künstler Mohnblumen. Eine Betrachterin meinte, dass die Farbe der Mohnblüten zu dunkel seinen, der Eindruck der Installation daher zu düster und nicht optimistisch sein. Andere rätselten, warum denn gerade Mohnblüten verwendet werden? Hier zeigt sich, dass ein Kunstwerk, ein Visual, immer abhängig vom Kontext ist, hier dem Wissen der Metapher.

Ich habe mich über die Symbolik von Mohnblumen informiert.
Mohnblumen gelten weltweit als Symbol des Gedenkens an Gefallene und Kriegsopfer. Auch siedeln sich Mohnblumen schnell auf frischen Grabhügeln an.

Ob der Betrachter nun die Blumen, das Kunstwerk mag oder nicht, oft werden die Installationen kontrovers betrachtet und sorgen so in jedem Fall für Diskussionen. Die Betrachter, die Medien, die Gesellschaft beschäftigt sich mit der Thematik, mit der Botschaft, der gewählten Metapher.

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