Glossar: Was ist eine Change Story?

Glossar: Was ist eine Change Story?

Was ist unter einer Change Story zu verstehen?

Gerade zur Zeit der Corona-Pandemie, also in Krisenzeiten, in der viele Menschen im digitale Home-Office arbeiten, ist das Wort Change in aller Munde. [lwptoc depth=”3″] Eine Change Story wird normalerweise erzählt, wenn ein Unternehmen, eine Personenmarke, eine Produktreihe oder eine Organisation sich verändern Mittels der Change Story werden diese Veränderungen eingeleitet und begleitet. So werden alle Stakeholder, über die Mitarbeiter, die Partner, Lieferanten bis zu den Kunden, auf die Veränderung vorbereitet und diese sogar mit in den Veränderungsprozess einbezogen. Stellen Sie sich einen Hausumbau vor, bei dem Zunächst in einer Versammlung erzählt wird warum der Umbau notwendig ist, wann welche Maßnahmen getroffen sind und wo die Vorteile für die vom Umbau betroffenen Bewohner nach der Renovierungsphase liegen. So geschieht es gerade bei dem Umbau des Münchner Hauptbahnhofs.

Gemeinsame Nenner von Storytelling und dem Veränderungsprozess

Es ist sinnvoll Storytelling im Change-Prozess zu verwenden, da in beiden Fällen sowohl Mut als auch Kreativität benötigt wird. Beides kann den Stakeholdern eines Unternehmens zugleich Orientierung und eine Sinnhaftigkeit geben:
  • Einerseits dient der bewusste Einsatz von Storytelling dazu, neben Wissen auch Werte und Moral weiterzugeben, Lebenserfahrung zu vermitteln und zu bewahren, Problemlösungen aufzuzeigen, Denkprozesse einzuleiten, Rollenerwartungen zu definieren, zum Handeln zu motivieren, Zukunftsszenarien zu verdeutlichen und selbstverständlich auch zu unterhalten.
  • Ein weiteres Plus für Storytelling im Change-Prozess ist, dass beim Erzählen von Geschichten, der Identifikation mit Situationen und Protagonisten, bewusst Emotionen ausgelöst werden können.
  • Zusätzlich spricht man beim Storytelling von Immersion, also dem aktiven Einbeziehen und Eintauchen in das Geschehen.
 Reise im Change-Prozess

Eine Chang Story begleitet und ebnet den Weg der gewohnten Welt zu einer neuen, veränderten Welt.

Ein Wandel sollte die Beteiligten emotional von Anfang an mit einbeziehen.
Gemeinsame Nenner bei Change-Prozess, Innovationen und Storytelling sind einerseits die Menschen und andererseits die Notwendigkeit neuer Ideen. Zur Entwicklung neuer Ideen helfen Modelle, wie die Heldenreise oder Design Thinking oder eine Kooperation beider Modelle. Ein gutes Beispiel ist hierbei AIRBNB, die ihr Business als Plattform zu Vermittlung von Unterkünften in ein Unternehmen, das Erlebnisse wie besondere private Kocherlebnisse oder Fototouren anbieten.

Ziele einer Change Story

Vergessen Sie in der Heldenreise Ihres Unternehmenswandels nie, Bestehendes zu würdigen, ein Zukunftsbild (Vision) zu skizzieren, Werte (Sinn & Nutzen) zu vermitteln und während des bestehendes Change-Prozesses eine Orientierungshilfe (Kontext) zu geben. Hierzu gilt es folgende Fragen zu beantworten:
  • WOHER kommen wir, wo stehen wir heute was ist daran gut?
  • WOHIN wollen wir gehen und was wollen wir erreichen?
  • WAS ändert sich im Kern?
  • WORIN besteht der Unterschied zu früher?
  • WARUM wollen wir dorthin?
  • WOZU dient der Wandel uns als Unternehmen?
  • WOZU dient der Wandel mir als Person?
  • WAS wird von mir als Person, als Rolle innerhalb des Unternehmens erwartet?
  • WELCHE Emotionen möchte ich hervorrufen?

Heldenreise als roter Faden

Gute und erfolgreiche Geschichten besitzen eine archetypische Grundstruktur, welche auch als Monomythos bezeichnet wird. Der Mythenforscher Joseph Campbell („The Hero with a Thousand Faces“) gilt als Entdecker der Heldenreise: Er erforschte weltweit Märchen, Sagen und Legenden von Naturvölkern und entdeckte folgende Gemeinsamkeiten:

  • Alle Völker lernen durch Geschichten (Wissenstransfer)
  • Alle Geschichten weisen einen ähnlichen Situationsablauf (Grundmuster) auf
  • In alles Storys tauchen ähnliche Charaktere (Archetypen) auf.
  • Alle Geschichten durchlaufen von der Ausgangssituation bis zum Ende einen Wandel. (Change)

Diese Erkenntnis fasste er in der Heldenreise zusammen, die gleichzeitig als Grundstruktur für Geschichten und als Konzept für Veränderungen dient:

Der Held durchläuft einen Change-Prozess, indem er in der gewohnten Welt startet, Herausforderungen meistert, sich seinen Ängsten stellt und kommt, aufgrund seiner gesammelten Erfahrungen, immer verändert an.

Heldenreise nach Champbell

Evas Heldenreise: Grafik der Heldenreise nach
Christopher Vogler. (Illustration
© Regina Steiner)

Das Grundprinzip der Heldenreise ist schnell erzählt:

  • Der Protagonist bricht oft aus der gewohnten Welt auf, um sich – angeleitet von einem Mentor – seinen Ängsten und Gefahren zu stellen.
  • Nach kleineren Prüfungen und Überwindung der Schwierigkeiten ist er dann gerüstet, um in den entscheidenden Kampf zu ziehen und zu siegen.
  • Oft kämpft der Held für höhere Werte, um die Welt vor dem Bösen zu retten (Harry Potters Kampf gegen Lord Voldemort), für eine Vision (Ziel) eines besseren Lebens.
  • Um das Ziel zu erreichen, entwickeln Helden häufig übermenschliche Kräfte; sie überschreiten Grenzen und überwinden Hindernisse und wachsen über sich hinaus.
  • Dabei wandelt sich der Protagonist – in Ihrem Fall ein „normaler“ Mitarbeiter – in einen Helden: Er erntet Ruhm und Erfahrung und erhält eine Belohnung.
  • Schlussendlich kehrt der Held immer, von dem Erlebten verändert, zurück in eine (von ihm) veränderte Welt.

Lesetipp: Die Heldenreise in kleinen Schritten

Lesetipp:

Story-Baukasten Glossar

In diesem alphabetisch organisiertem Glossar gebe ich Einblicke in die Themenbereiche Storytelling, Visual Storytelling und Content Marketing. Sie erfahren wertvolle Informationen zu den Basisbegriffen: Angefangen bei A wie Anfang einer Story bis Z wie Zielgruppe erklären wir in diesem Glossar Begriffe aus den Themengebieten Kommunikation, Storytelling sowie Content- und  Digital Marketing. Jeder einzelne Begriff wird kurz erläutert oder auch anhand von Beispielen praktisch umgesetzt erklärt. Das Glossar wächst nicht nur kontinuierlich, es wird auch ständig aktualisiert, verbessert und natürlich erweitert. erweitert und aktualisiert.

PR-Werkstatt: Storytelling für PR-Profis

PR-Werkstatt: Storytelling für PR-Profis

Es ist fertig, das PR-Report Sonderheft PR-Werkstatt Storytelling für PR-Profis der Ausgabe 2/2018 (jetzt als E-Paper und im iKiosk).  Das Heft enthält auf 16 Seiten Ideen, Methoden und Konzepte zum Thema Storytelling.Noch halte ich den kompakten Storytelling-Überblick nicht in den Händen, aber ich kann Ihnen eine Einführung als e-Paper zugänglich machen: PR-REPORT 2018/02 Werkstatt Vorschau.

In der Storytelling-Ausgabe der PR-Werkstatt beschäftige ich mich mit Design Thinking als Methode, um Ideen für innovative und relevante Geschichten zu kreieren.

Neue Wege im Storytelling: Geschichten mit Design Thinking entwickeln

Im Kern geht es beim Design Thinking um das Lösen von Problemen. Ähnlich wie optimales Storytelling richtet sich die Design Thinking-Methode vor allem an die Bedürfnisse des Nutzers, in unserem Fall des Publikums, aus.

Aus der Sicht und den Bedürfnissen der Persona (einem Stellvertreter der Zielgruppe) heraus können Sie mit der Design-Thinking-Methode konkrete und relevante Storys entwickeln.

Das Besondere an diesem Ansatz ist, dass jede Fragestellung auch den folgenden drei Aspekten beleuchtet wird:

  • Was wünscht sich der Mensch (Publikum)?
  • Was ist geschäftlich bzw. wirtschaftlich realisierbar?
  • Welche Idee lässt sich technisch umsetzen (machbar)?

Die bekannte Bedürfnispyramide des US-Psychologen Abraham Maslow liefert hierfür eine gute Grundlage.

Nach Wikipedia ist die „Maslowsche Bedürfnishierarchie, bekannt als Bedürfnispyramide, ist eine sozialpsychologische Theorie des US-amerikanischen Psychologen Abraham Maslow (1908–1970). Sie beschreibt menschliche Bedürfnisse und Motivationen (in einer hierarchischen Struktur) und versucht, diese zu erklären.”

Beispielweise spricht Nike mit dem Claim „Just Do It“ das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung seiner Zielgruppe an. Dass dieses Motto auch nach fast 30 Jahren noch aktuell ist, zeigen Werbe-Spots für den australischen Markt. Die Kampagne mit dem Hashtag #JustDoIt basiert auf der Ausgangslage, dass Hobby- und Leistungssportler irgendwann an einen Punkt kommen, an dem das Erreichte nicht mehr genug ist. Sie wollen neue Hürden meistern.

Dies nimmt Nike auf und erzählt die Geschichten von vier Protagonisten, die alle Grenzen überschreiten, um einen Schritt vorwärts zu gehen. Üblicherweise besuchen Menschen ein Museum, um die Exponate anzuschauen. Dagegen sieht der Rugby-Spieler James Tedesco  in dem Museum eine Möglichkeit, sein Können zu testen und unter Beweis zu stellen. Er löst den Sicherheitsalarm aus und lässt stellt sich der neuen Herausforderung, bei einer Verfolgungsjagd die Security-Mannschaft zu besiegen.

A normal person sees a museum. James Tedesco sees an opportunity. #JustDoIt

Gepostet von Nike am Dienstag, 20. Juni 2017

Geschichten wie diese, werden aus den Kundenbedürfnissen abgeleitet. Unternehmen müssen dorthin, wo sich ihr Publikum aufhält, um zu verstehen, was es braucht.

Design Thinking und Storytelling arbeiten mit Personsas

Bei der Erstellung neuer Produkte, neuer Features, neuer Servicewege oder auch neuer Geschichten arbeiten sowohl Storytelling als auch Design Thinking mit der Erstellung von Personas, also Charaktere, die im Grunde genommen prototypische Vertreter der Zielgruppen sind.

Ursprünglich aus dem Industrie-Design stammend, ist der Design-Thinking-Ansatz gut auf Kommunikationsthemen adaptierbar.

Der Design Thinking-Prozess

Der Design Thinking Prozess besteht aus mehreren Stufen.

Der Design Thinking Prozess besteht aus mehreren “Stritten”.

Bei „Design Thinking“ als Innovationsprinzip arbeiten Kollegen aus unterschiedlichsten Disziplinen zusammen, um gemeinsam ein Problem zu lösen oder neue Ideen zu entwickeln. Dabei gibt es grundsätzlich kein Richtig oder Falsch. Im Gegenteil: Die unterschiedlichen Blickwinkel sollen dazu führen, möglichst unorthodoxe und überzeugende Lösungen zu finden. Und überzeugend ist nur das, was aus Sicht des Kunden Bestand hat.

Ein möglichst heterogenes und abteilungsübergreifendes Team, als Garant eines möglichst vielschichtigen Blicks auf eine Thematik, durchläuft einen strukturierten Prozess aus sechs Schritten:

  1. Verstehen: Recherchieren ist das A und O jeder Story: Die Recherche-Phase umfasst jedoch nicht nur das „Verstehen“, sondern auch das „Beobachten“. Beim Design Thinking geht es darum, Probleme aus der Sicht von Kunden zu lösen.
  2. Beobachten: Es geht um das Publikum: In diesem Schritt dreht sich alles um die, für die die Story gedacht ist. Meist sind es Kunden, Partner oder Mitarbeiter. Es geht um ein tieferes Verständnis dieser Adressaten, von deren Bedürfnissen, Wünschen und Zweifeln.
  3. Standpunkt definieren: In dieser Phase werden die gesammelten Informationen ausgewertet, auf Post-ist-Zetteln notiert und zur Übersicht an eine Wand geheftet. Die Zettel werden gruppiert und in neue Zusammenhänge gebracht. So können Muster in einer Informationsflut sichtbar, Bedürfnisse geclustert und zu Themen geordnet werden.
  4. Ideen finden: Anhand der gewonnenen Ergebnisse und mit dem recherchierten Hintergrundwissen folgt die Entwicklung der Ideen. Dafür kann jede beliebige Kreativitätstechnik angewendet werden. Hat die Persona Hand beispielsweise ein Bedürfnis nach Sicherheit und Angst, seinen Job zu verlieren, können dies Ausgangsideen für Storys sein. In dieser Phase sollen möglichst viele Ideen produziert werden. Nach der Sammlung der Ideenvorschläge werden diese strukturiert und in Themen und Gemeinsamkeiten zusammengefasst. Nun werden aus der Ideensammlung die vielversprechendsten bezüglich Attraktivität, Umsetzbarkeit und Budget ausgesucht.
  5. Prototyp oder Storyboard entwickeln: Nun geht es an die Verfeinerung der ausgewählten Ideen. Erstellen Sie skizzenhaft den Ablauf der Story-Idee etwa in Papiermodellen, Rollenspie- len oder ähnlichem. Diese Phase hilft, die Idee konkret zu durchdenken und zu diskutieren. Ziel ist es, die Story-Idee zu verstehen und weiterzuentwickeln.
  6. Testen: Sobald die Prototypen konkret sind, erfolgt ein offener Dialog mit anderen Teammitgliedern, mit Kollegen außer- halb des Projektteams und mit Vertretern der Zielgruppe.
  7. Gemeinsame Nenner von Storytelling und Change-Prozess

  8. Es ist sinnvoll Storytelling im Change-Prozess zu verwenden, da in beiden Fällen sowohl Mut als auch Kreativität benötigt wird. Beides kann den Stakeholdern eines Unternehmens zugleich Orientierung und eine Sinnhaftigkeit geben:
  9. Einerseits dient der bewusste Einsatz von Storytelling dazu, neben Wissen auch Werte und Moral weiterzugeben, Lebenserfahrung zu vermitteln und zu bewahren, Problemlösungen aufzuzeigen, Denkprozesse einzuleiten, Rollenerwartungen zu definieren, zum Handeln zu motivieren, Zukunftsszenarien zu verdeutlichen und selbstverständlich auch zu unterhalten.
    Ein weiteres Plus für Storytelling im Change-Prozess ist, dass beim Erzählen von Geschichten, der Identifikation mit Situationen und Protagonisten, bewusst Emotionen ausgelöst werden können.
    Zusätzlich spricht man beim Storytelling von Immersion, also dem aktiven Einbeziehen und Eintauchen in das Geschehen.
Storytelling beim Change-Prozess: Widerstand ist zwecklos

Storytelling beim Change-Prozess: Widerstand ist zwecklos

Storytelling beim Change-Prozess

Widerstand ist zwecklos! Sicherlich kennen Sie in Ihrem Bekanntenkreis mindestens eine Person, die von einer großen Umwälzung einer Firma betroffen war? Dieser Veränderungsprozess, auch Change-Prozess genannt, wird nicht immer gut von den betroffenen Mitarbeitern und Partnern aufgenommen. Oft fühlen sie sich, als ob sie bei der Herausforderung Change vs. Mensch Teil der Sience-Fiction-Serie Star Trek wären und dort auf die Borg treffen würden. Sie erinnern sich noch an die Borg, eine hochentwickelte totalitäre Spezies aggressiver Cyborgs (halb biologisch, halb maschinell) der Serie Raumschiff Enterprise, die folgendermaßen auftritt: „Wir sind die Borg. Widerstand ist zwecklos. Sie werden assimiliert!“

Im Januar habe ich zum Thema Storytelling und Chang-Prozesse: Der Wandel beginnt im Kopf fur das Upload-Magazin einen Artikel geschrieben.

Change-Prozess bedeutet Veränderung. Diese beginnt immer im Kopf - auch bei Change-Prozessen. Hierbei hilft Storytelling, wenn es nicht nur als Methode, sondern als "Einstellung" gelebt wird.

Veränderung beginnt immer im Kopf, auch beim Change-Prozess. Hierbei hilft Storytelling, wenn es nicht nur als Methode, sondern als Einstellung gelebt wird.

Worum es mir geht, erläutere ich in diesem Beitrag:

Change vs. Mensch

Wer schon einmal mit Menschen eines sich wandelnden Unternehmens zu tun hatte, dem begegnen vielerorts Mitarbeiter in der Opferrolle, die emotional von den übermächtigen Borg überrollt werden. Sie fühlen sich überrascht, entmündigt, verängstigt.

Laut dem Change-Barometer mit Einflussfaktoren auf Veränderungsprozesse der Mutaree GmbH sind „Ängste das zentrale Thema bei Veränderungen: Einerseits sind sie Auslöser und Anlass manchen Wandels (wenn das Unternehmen sich nicht ändert, ist es nicht mehrwettbewerbsfähig) und andererseits sind Ängst und daraus resultierende Verweigerungshaltungen und Widerstände der Mitarbeiter eine Gefahr für Change-Prozesse.”

Oft zeigen Mitarbeiter, die sich ohnmächtig Veränderungen gegenüber sehen, zwar keinen aktiven Widerstand, aber ein passives Unverständnis, eine emotionale Ablehnung. Ursache ist häufig die mangelnde oder zu späte Kommunikation und Einbeziehung der Stakeholder in den Veränderungsprozess.

„61% der Befragten bemängeln Transparenz im Change. Das spricht für eine bislang nicht ausreichend gestaltete Change-Kommunikation über alle Phasen der Veränderung. Die Wertschätzung kommt ebenfalls zu kurz, dass gilt insbesondere für bislang die geleistete Arbeit.“ – stellte eine  Umfrage der Mutaree GmbH, Unternehmensberater für Veränderungsmanagement, fest.

Umfrage über Change im Unternehmen: Macht Change Spass?

Umfrage über Change im Unternehmen: Macht Change Spaß?

Heldenreise als Orientierungsmuster für Change-Prozesse

Geschichten bestehen aus einem Wandel: Zwischen dem Anfang und dem Ende durchlebt die Hauptfigur eine Veränderung: Sie löst Herausforderungen, Konflikte und kehrt verändert zurück.

  • Sie hat sich bewährt und ist bis heute ein Modell, welches sich hervorragend eignet, um Stärken zu fördern, Widerstände aufzulösen, Neuerungen zu meistern und Visionen zu leben.
  • Dieses Prinzip der Heldenreise lässt sich auch auf Unternehmen anwenden: Die Reise beziehungsweise der Weg von der Herkömmlichen Welt zu einer geänderten Welt wird beim Storytelling häufig auch als Suche (Quest) bezeichnet.
  • Bei der Suche steht nicht nur das Ziel, sondern gleichberechtigt der aufreibende und risikoreiche Weg, der sich während des Wandels verändert, im Fokus.

Ohne Change keine Story

Einer der grundlegendsten Eigenschaften der Erzählstruktur der Heldenreise nach Joseph Champell ist die Veränderung (Change):

  • Die Hauptfigur durchläuft einen Change-Prozess, indem er in der gewohnten Welt startet, Herausforderungen meistert und sich ihren Ängsten stellt. Sie verändert sich im Laufe der Reise zum Helden und kommt immer, aufgrund der gesammelten Erfahrungen, verändert zurück.
  • Naturbedingt wandeln wir Menschen und unsere Umwelt uns ständig. Und obwohl wir den mit Arbeit und Mühsal verbundenen Veränderungsprozess nicht lieben, lieben wir Geschichten. Sie machen uns Spaß! Jede Geschichte lebt jedoch von einer Veränderung: Zwischen dem Anfang, dem Aufbruch der Reise aus der gewohnten Umgebung, und dem Ende der Reise, löst der Held der Story einen Konflikt bzw. meistert die Herausforderung. Wen wundert es dann, dass die Heldenreise, eine Grundstruktur, nach der erfolgreiche Geschichten aufgebaut sind, einen klaren Ablauf, den Roten Faden, vieler Change-Prozesse aufzeigt. Der uralte Heldenmythos ist in Kombination mit modernen Management- methoden geeignet, Veränderungen nachhaltig zu etablieren.

Erzählstruktur "Die Suche" nach den Seven Plots von Christopher Booker.

Erzählstruktur “Die Suche” nach den Seven Plots von Christopher Booker.

Campbells Heldenreise

Gute und erfolgreiche Geschichten besitzen eine archetypische Grundstruktur, welche auch als Monomythos bezeichnet wird. Der amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell erforschte weltweit Märchen, Sagen und Legenden von Naturvölkern und entdeckte folgende Gemeinsamkeiten:

  1. Alle Völker lernten durch Geschichten (Wissenstransfer)
  2. Alle Geschichten wiesen einen ähnlichen Situationsablauf (Grundmuster) auf
  3. In alles Storys tauchten ähnliche Charaktere (Archetypen) auf.
  4. Alle Geschichten durchlaufen von der Ausgangssituation bis zum Ende einen Wandel.

Diese Erkenntnis fasste er in der Heldenreise zusammen, die gleichzeitig als Grundstruktur für Geschichten und als Konzept für Veränderungen dient.

Das Grundprinzip der Heldenreise ist schnell erzählt

Die klare Struktur der Heldenreise zeigt, wie Change-Prozesse ablaufen: 

  1. Der Mitarbeiter (Stakeholder) bricht aus seiner bekannten Welt auf (Ruf),
  2. um sich dann – angeleitet von einem Mentor – seinen Ängsten und Gefahren zu stellen.
  3. Nach kleineren Prüfungen und Überwindung vieler Schwellen (Ängste, gewohnte Denkprozesse), ist er dann gerüstet,
  4. um in den entscheidenden Kampf zu ziehen und zu siegen.
  5. Oft kämpft der „Held“, für höhere Werte, um die Welt vor dem Bösen zu retten (Frodos Kampf gegen Sauron), für eine Vision (Ziel) eines besseren Lebens. (Belohnung)
  6. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden in die bekannte Umgebung zurückgeführt und dort verankert (neue bekannte Welt).

Storytelling im Change-Prozess

Storytelling im Change-Prozess

Helden werden nicht geboren

Häufig entwickeln Helden häufig übermenschliche Kräfte, um das Ziel zu erreichen; sie überschreiten Grenzen und überwinden Hindernisse und wachsen über sich hinaus. Dabei wandelt wandelt sich der Protagoist – ein „normaler“ Mitarbeiter – in einen Helden. Er erntet Ruhm und Erfahrung und erhält eine Belohnung. Schlussendlich kehrt der Held immer, von dem Erlebten verändert, zurück in eine (von ihm) veränderte Welt.

  • Der Held ist bei diesen Veränderungen der Mensch als Teil einer Organisation, sei es der Mitarbeiter, der Partner und später auch der Kunde. Dabei ist der Held ein Sinnbild für diejenigen Menschen und Organisationen, die bereits den Weg der Prüfungen und Wandlungen gegangen sind.
  • Oft trifft der Held auf Mitreisende (Gefährten, Kollegen), auf einen Mentor (Experten, Hilfesteller). Gemeinsam meistert die Gruppe Gefahren und Angriffe von unvorhersehbaren mächtigen Gegnern.
  • Ängste sind das zentrale Thema bei Veränderungen – sie sind einerseits Voraussetzung (Auslöser) als auch Gefahr für den Veränderungsprozess. Daher muss Vertrauen in jedem Change-Prozess der Fokus auf dem Vertrauensaufbau sowie dem des Abbaus von Ängsten liegen – und zwar in jeder Phase des Veränderungsprozesses.

Fazit

Die sofortige Eibeziehung der Mitarbeiter in den Change sowie eine Begleitung durch strategisches interne Kommunikationsmaßnahmen, erleichtert den Abbau der Widerstände  – oder wie sehen Sie es?

Lesetipp: Lesen Sie auch den Beitrag zu den sieben Erzählmustern nach Christopher Booker, The Seven Plots.

Storytelling Wettbewerb: Science-Fiction

Storytelling Wettbewerb: Science-Fiction

Mögen Sie Science-Fiction? Und wollten Sie schon immer eine Kurzgeschichte in diesem Genre schreiben, hatten aber keinen Anreiz, keine Idee, keine Leser? Das kann sich nun alles auf einen Schlag ändern.

Science-Fiction Storytelling Wettbewerb

NEW SCIENTIST, SCI-FI-LONDON und Urbanfantasist.com veranstalten einen Wettbewerb für Kurzgeschichten. Dabei handelt es sich um eine 48-Stunden Flash Fiction Challenge.

Am Samstag, den 8 April 2017 um 11 Uhr startet der Schreibwettbewerb. Alle Teilnehmer müssen sich zuvor auf der SCI-Fi-London-Plattform anmelden.

Insgesamt ist das Thema Zukunft ein beliebtes Thema im Bereich Storytelling: Es behandelt die Welt nach einer Veränderung, dem Change.

Science-Fiction: Eine Herausforderung pur!

Die Organisation gibt dann am 8. April allen Teilnehmer Vorgaben zur Story, die in der Science-Fiction Story auftauchen sollten – und zwar schlüssig und sinnvoll. So stellen die Wettbewerbsausschreiber sicher, dass die 48-Stundenvorgabe auch eingehalten wird und nicht zu viel Inhalt der Geschichte vorab erstellt werden kann.

Science-Fiction
Charakteristisch sind wissenschaftlich-technische Spekulationen, Raumfahrtthemen, ferne Zukunft, fremde Zivilisationen und meist zukünftige Entwicklungen.

Die Vorgaben

Folgende Vorgaben erhält jeder Teilnehmer:

  • den Titel der Story
  • einen Dialog, der in die Story integriert werden muss
  • eine Vorgabe eines wissenschaftlichen Themas, das in die Kurzgeschichte mit eingebaut werden muss
  • die Länge der Story (maximal 2000 Wörter).

Storytelling Wettbewerb: Science-Fiction

Storytelling Wettbewerb: Science-Fiction

Das Preisgeld

Die besten Geschichten werden auf der Website von New Scientist veröffentlicht und dem Gewinner winkt auch ein Preisgeld von £500. Wer teilnehmen möchte, sollte sich die Teilnahmebedingungen nochmals genauesten ansehen.

Der Schreib-Challenge können Sie auf Twitter @scifilondon mit dem Hashtag #SFL48hrFlash folgen.

Also, ran an die Tasten, Account anmelden und schreiben üben.

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