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Glossar: Google Doodle

Kennen Sie Google Doodle? Oder sind Ihnen die täglich wechselnden Google-Visuals aufgefallen? Heute erinnert das heutige Doodle beispielsweise an den britischen Illustrator und Karikaturist Sir John Tenniel, bekannt durch seine Illustration von Alice im Wunderland sowie dem Nachfolgewerk Alice hinter den Spiegeln von Lewis Carroll (1865). Tenniel hätte am 28. Februar 2020 seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Definition: Google Doodle feiert bekannte Persönlichkeiten, Events und historische Anlässe

Was sind Google Doodles?

Der englische Begriff Doodle bedeutet so viel wie schnelle Skizze. Google bezeichnet die Doodles als

lustige, überraschende und manchmal spontane Änderungen am Google-Logo, mit denen wir Feiertage, Jahrestage und das Leben berühmter Künstler, Pioniere und Wissenschaftler ehren wollen.

Mir persönlich fallen die täglichen Geschichten der Suchmaschine Google ein. Die Google Doodles machen den Konzern sehr sympathisch. Den spielerischen Umgang mit dem Marken-Logo und der CI macht sich das Unternehmen Google (Alphabet) bereits seit 1998 zunutze. Zu besonderen Anlässen – wie etwa Geburtstagen bekannter Persönlichkeiten, Wahlen oder Sportanlässen – stellt Google auf den Websites sowie der Suchmaschine sein buntes Firmenlogo in veränderter Form dar. Übrigens werden für verschiedene Länder, mit ihren verschiedenen Feiertagen und bekannten Persönlichkeiten, unterschiedliche Google Doodles bereitgestellt.

Zudem sind die Doodels ein hervorragendes Beispiel für Visual Storytelling.

Doodles bieten unendlich viele Möglichkeiten

Die Google Doodles sind oft animierte Grafiken oder Videos, die meistens in den Logofarben mit den Buchstaben des Logos spielen. In dem unten abgebildeten Beispiel zeigt ein Doodle zur Erinnerung an Albert Einsteins 124. Geburtstag. Das Doodle wurde am 14. März 2003 erzeugt und greift seine Formel „E=mc2“ auf.

Google Doodle

Je nach Anlass werden im Google-Archiv verschiedene Google Doodles gespeichert. Auf der Website erhalten Sie auch Informationen über die Doodles und erfahren, wo Sie einen eigenen Vorschlag einreichen können. (Screenshot © Google Doodle)

Den Doodlern über die Schulter blicken

Auf YouTube können Sie einigen Doodle-Künstlern (Google nennt sie „doodler“) über die Schulter schauen oder erfahren, wie sie „doodler“ wurden, etwa im YouTube- Interview mit Teamleiter Ryan Germick.

Story-Baukasten Glossar

In diesem alphabetisch organisiertem Glossar gebe ich Einblicke in die Themenbereiche Storytelling, Visual Storytelling und Content Marketing. Sie erfahren wertvolle Informationen zu den Basisbegriffen: Angefangen bei A wie Anfang einer Story bis Z wie Zielgruppe erklären wir in diesem Glossar Begriffe aus den Themengebieten Kommunikation, Storytelling sowie Content- und  Digital Marketing. Jeder einzelne Begriff wird kurz erläutert oder auch anhand von Beispielen praktisch umgesetzt erklärt. Das Glossar wächst nicht nur kontinuierlich, es wird auch ständig aktualisiert, verbessert und natürlich erweitert. erweitert und aktualisiert.

Weitere Artikel:

Story Pins: So gelingt Storytelling auch mit Pinterest

Storys sind zur Zeit DAS erfolgreiche Format der verschiedenen Social-Media-Plattformen. Kein Wunder, dass Pinterest nun mit Story Pins nachzieht. Auf dem CommunityCamp in Berlin verkündete Eva Arndt in einem Tweet einer Pinnterest-Session: „Ab September gibt es bei #Pinterest Story Pins.”

Was sind Story Pins?

Ein Pinterest-Pinnboard Pinterest Story Pins | Best Practice Beispiele zeigt anhand von Beispielen erste Storys. Erkennbar sind die Story Pins an dem Symbol der überlappenden Quadrate unter den Pins links.

Storytelling mit Pinterest: Story Pins

Die Beschreibung der Pinnnwand verrät: „Story Pins sind ein neues Pin-Format auf Pinterest und befinden sich aktuell noch in der Beta-Testung. Finde hier bereits die ersten Best Practice Story Pins und lass dich inspirieren! Story Pins sind vor allem sehr gut geeignet, wenn du Storytelling anwenden möchtest, oder deine bereits bestehenden Inhalte als Art ‘Mikro-Blogging’ geschickt wiederverwenden möchtest. Freue dich auf dieses neue Pin-Format!”

What are Story Pins
„Story Pins are multi page PINs that can include pop up text and links to each PIN (photo) that is attached to the story. You don’t need a minimum following to post a complete Story PIN with links.” – beschreibt Seasons In Colour das neue Storytelling-Format von Pinterest

Story Pins als Multimedia-Storytellingformat

Sie erkennen Story Pins am Story-Symbol unter dem Bild. Leider funktioniert das neue Format bei mir noch nicht;-( Trotzdem haben meine Recherchen folgende Informationen gebracht:

  • Stellen Sie sich die Story Pins als ein Multimedia Stoytelling-Tool vor: Mit Story Pins besteht die Möglichkeit mehrerer Medien wie Bilder, Texte, Videos und selbstverständlich auch Links zur Zielwebseite zu einer Story zusammenzugfügen.
  • Sie erhalten das neue Story Pin-Erlebniss von Ihrem Homefeed aus.
  • Laut Angabe der Pinterest-Helpseite können Pinterestnutzer nun Pin Storys „mit bis zu 20 Seiten” erstellen, um  ihre Ideen zu teilen und Geschichte zu erzählen.
  • Zur optimalen Nutzerfreundlichkeit empfiehlt Pinterest die Verwendung folgender Datei-Formate: Portraitbilder von mindestens 900×1600 Pixeln sowie eine maximale Videodateigröße von 10 MBs.
  • Zudem gibt Pinterest den Tipp, dass Story Pins mindestens zwei Seiten und höchstens 20 Seiten umfassen können.
  • Story Pins können wie jeder anderer Pin auch auf der Pinnwand gemerkt werden. Zu beachten ist, dass nur die gesamte Story, also keine einzelnen Seiten, gemerkt werden können.

In dem unteren Screenshot erkennen Sie (rot markiert), wie die neue Story Pins in einem Account – hier bei Travel on Toast – angezeigt werden.

So werden die neuen Story Pins im Account angezeigt

Als Beispiel einer Story Pin schauen sich diese Story an. Bisher, in der Beta-Phase, habe ich noch keine Möglichkeit entdeckt, den Story Pin einzubinden oder downzuladen. Also habe ich ein die Story Pin „Um diese Frage kommst du nicht herum, wenn du auf der Suche nach deiner Bestimmung bist.” von
Susan Schubert abgefilmt:

 

 

Selbstverständlich können Sie Story Pins auch dazu verwenden – ähnlich wie mit Karussell-Pins –, um Schritt-für-Schritt-Anleitungen oder eine Auflistung mit verschiedenen Produkten zu zeigen.

So einfach entstehen Story Pins

  • Einfach auf dem Desktop oder in der App auf das Plus-Zeichen zur Erstellung einer neuen Story anklicken.

  • Dann einfach – wenn bereits ausgerollt – den Reiter Story Pin anwählen.

  • Das “+”-Zeichen fügt neue Seiten (maximal 20) hinzu.

  • Auf “publizieren” gehen und wie gewohnt ein Pinnboard asuwählen.

Story Pins auf dem CommunityCamp in Berlin

Nun auch den Tweet samt Vortragsvideo von Skana Media zum Pinterest Story Pin auf dem CommunityCamp.

 

Nun wünsche ich uns allen, dass das Story-Pin-Zeitalter beginnen mag.

Bilder sagen oft mehr als Worte

Im Alltag begleiten uns überall Bilder und weiter visuelle Elemente wie Videos, animierte Grafiken oder Emojis. Unsere Umgebung ist voll von Bildern wie Warnschildern, Hinweisen, Plakaten oder weiteren visuellen Reizbotschaften. Ob beruflich oder privat, sind kommunikative Kompetenzen auf allen Ebenen erforderlich. Hierbei werden Informationen, Meinungen, Gefühle und Werte vermittelt. Weitgehend dient die Vermittlung zu Erreichung eines Ziels. Hierbei spielte visuelle Inhalte eine immer bedeuten werdende Rolle.

Bilder als Kommunikationsform

Während bereits in Zeiten, bevor der Großteil der Menschen Schreiben konnten, sie Nachrichten und Informationen (Botschaften) visuell als Zeichnungen und Skulpturen mitteilten, galt die letzten Jahrhunderte das geschreibene Wort als glaubhalfter Informationträger. Menschen waren, laut geltende Thesen im Gegensatz zum Tier hauptsächlich vom Verstand und der Logik gesprägt.

Tatsächlich dominierten Visuals die menschliche Kommunikation. Das ist kein Zufall, denn die visuelle Kommunikation ist ein Urinstink, der in jedem Menschen tief verwurzelt ist. Sie sind ein universelles Werkzeug, das auch noch tausende Jahre später noch verstanden wird.

Zitat von Tjjen Onaran: "Klar ist: Nicht jeder Inhalt funktioniert auf jedem Kanal gleich gut. Klar ist damit auch: Jeder Inhalt muss für jeden Kanal neu und anderes gedacht werden."

Zitat von Tjjen Onaran über Storytelling: „Klar ist: Nicht jeder Inhalt funktioniert auf jedem Kanal gleich gut. Klar ist damit auch: Jeder Inhalt muss für jeden Kanal neu und anderes gedacht werden.”

 

Kaum ein Sprichwort wie „wer die Bilder beherrscht, beherrscht auch die Köpfe“ drückt mehr aus, warum ein Buch über Visuelle Kommunikation notwendig ist.

Sinneswahrnehmung sind mehr als Bilder
Menschen nehmen aber nicht nur durch Augen unsere Umgebung war. Je mehr Sinne bei der Wahrnehmung angesprochen werden, desto intensiver sind die Erfahrungen des Rezipienten und desto eher kann sich der Mensch erinnern. Eine Abkürzung für die Sinneswahrnehmungen ist VAKOG; sie steht für die Sinne

  • visuell (= sehen),
  • auditiv (= hören),
  • kinästhetisch (= fühlen),
  • olfaktorisch (= riechen) und
  • gustatorisch (= schmecken).

Laut Studien bedienen sich etwa 45 % der Menschen des visuellen Systems, 40 % des kinästhetischen und 15 % des auditiven Systems.

Vormarsch visueller Inhalte

In der Silversternacht von 2017 in das Jahr 2018 viel mir auf, dass kurz nachdem das neue Jahr eingeläutet wurde, kaum noch Telefonanrufe eintrafen: ich erhielt Textnachrichten mit Icons wie Sektgläsern und Kleeblättern oder Fotografien und Videos als Grüße zum „Happy New Year“. Und wenn Sie nun denken, dass es an meiner Affinität zu Social Networks liegen würde, kann ich dies verneinen. Auch um mich herum ertönten kaum Anrufsignale, sondern mehr Pingtöne eingehender Messenger-Nachrichten.

Wir Menschen neigen durch das sich ständig ändernde Medienverhalten und den immer schnellernen und oft flüchtigen Medienkonsum dazu, Informationen zunehmend visuell zu konsumieren und auch visuell zu kommunizieren. Häufig reicht ein Blick aus, um schnell eine Meinung zu bilden, und das ist in der in der Informationsflut notwendig. Dager steigt der Einsatz und die Beliebtheit visueller Inhalte gegenüber nicht visuellen Inhalten.

Angefangen von Straßenschildern über Warnhinweisen bis hin zu Tattoos und Emojis prägen Bilder und Symbole unsere Umgebung. Denken Sie nur an die Hinweise zur Pflege Ihrer Wäsche oder an die Informationen einer Wetter-App. Mittels grafischer Darstellungen von Bügeleisen, Regentropfen oder einer Sonne werden Informationen bzw. Sachverhalte übermittelt. Wir haben gelernt, sie zu entschlüsseln.

Wir leben in spannenden Zeiten. Aufgrund der Entwicklung unserer derzeitigen Gesellschaft, sprechen wir von einer visuellen Kultur: Das bedeutet, dass gegenwärtige Kulturen in hohem Maße am Sehsinn, an Sichtbarkeit und an Bildern, also visuell, ausgerichtet sind. Die Visualität bemerken wir vor allem in Bereich wie der Medienwelt, der Kommunikation, aber auch in unserer Alltagswelt.

In Zeiten mobiler Kommunikation und Kommunikationsmittel, in der unsere Gesellschaft mit News, Informationen, Gesprächen und Fakten überflutet werden, entscheidet oft nur ein Blick, ob etwas interessant erscheint oder nicht. Daher ist es notwendig, aus der Masse herauszustechen und Menschen mit spannenden Geschichten zu erreichen und zu inspirieren. Nur so hat die Botschaft eine Chance, den Menschen zu erreichen. Die ersten Eindrücke sind meist visueller Natur, denn der Mensch ist ein Augentier.

Wie bereits festgestellt definiert sich Storytelling zum einen durch den Inhalt einer Geschichte (Story) und zum anderen durch die Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wird (Telling).

Wir sprechen von visuellem Erzählen, also Visual Storytelling, wenn Informationen oder Geschichten hauptsächlich (mehr als 50 Prozent) mittels visueller Elemente erzählt, ergänzt oder transportiert werden.

Ganze Kulturen vermittelten ihr religiöses, gesellschaftliches und historisches Wissen in Form visuell erzählter Geschichten. Sie verwendeten Zeichnungen, Skulpturen oder auch Architektur.

Zitat von Oliver Sacks, Neurologe
Social Listening („ich habe gehört“), Digitales Storytelling („ich schreibe eine Geschichte über das Gehörte“) und Echtzeit-Marketing („ich muss diese Geschichte sofort schreiben und teilen“) sind miteinander verbunden.

Mit diesen Mitteln konnten nicht nur Menschen erreicht werden, die weder lesen noch schreiben konnten, hier wurden auch die Emotionen und das Unterbewusstsein der Betrachter wohlkalkuliert mit einbezogen.

Visuelles Storytelling ist Teil menschlicher Kommunikation

Visuelles Storytelling ein Teil der menschlichen Kommunikation, die komplexe Sinneseindrücke dramaturgisch organisiert und vermittelt. Mit visuellen Erzählelementen können Emotionen besser transportiert werden als mit Medien, die ohne visuelle Komponenten arbeiten.

Abbildungen haben die Gemeinsamkeit, dass sie ganze Geschichten erzählen. So gibt es mannigfaltige Beispiele von Visual Storytelling, in denen es darum geht, Botschaften gezielt und effektiv zu vermitteln. Denken wir nur an die Illustrationen der Marke Red Bull, die Flügel verleihen, oder an die Google-Doodles oder zahlreiche Infografiken, Fotografien und Sketchnotes.

Eine visuelle Erzählung (Visual Narrative) ist eine Geschichte, die in erster Linie durch den Einsatz visueller Medien erzählt wird. Die Geschichte kann beispielweise mittels gezeichneter oder fotografierter Bilder, Illustration oder Video erzählt werden. Häufig werden visuelle Geschichten mittels Textelementen oder Audiodateien angereichert.

Zum Thema Visual Storytelling bieten die Autorinnen Ekaterina Walter und Jessica Gioglio in ihrem Buch „The Power of Visual Storytelling: How to Use Visuals, Videos, and Social Media to Market Your Brand“ folgende Definition an:

„Visual storytelling is defined as the use of images, videos, infographics, presentations, and other visuals on social media platforms to craft a graphical story around key brand values and offerings.“

Sinngemäß übersetzt bedeutet es:

„Visuelles Geschichtenerzählen ist die Verwendung von Bildern, Videos, Infografiken, Präsentationen und anderen visuellen Elementen auf Social Media Plattformen, um eine visuelle Geschichte um die wichtigsten Markenwerte und -angebote herum zu entwerfen.“

Auch im Internet und auf den Social Plattfirmen sind visuelle Elemente der emotionale Türöffner, um Inahlte oder gar ganze Artikel zu lesen. Oft wird eine visuell aufbereitete Infografik häufig geteilt, geliked oder zitiert als die Untersuchung (Studie), deren Erkentnisse stichwortartig und visuell in der Grafik dargelegt werden. Inhalte werden visuell gestaltet plakativer.

Zudem ist Zeit in der Kommunikation des heutigen digitalen Zeitalters, gerade in Social Networks, Chats und Co, ein Faktor: sie wird immer schneller und visueller. Oft reicht ein „Daumen hoch“-Zeichen nicht nur auf Facebook, sondern auch im realen Leben. Letztendlich geht es bei jeder Kommunikation darum, verstanden zu werden und sein Gegenüber zu verstehen. Visuelle Kommunikation hilft, effektiver zu kommunizieren.

Fakt ist, dass wir Menschen sehr früh anfangen mit unserer visuellen Wahrnehmung die Welt zu entdecken und dementsprechend zu kommunizieren. Denn Bilder zu sehen müssen wir nicht lernen, hingegen Texte zu lesen schon. Mit sehr viel Aufwand benötigen wir Jahre, bis das Lesen für uns selbstverständlich ist. Dennoch können wir Bilder schneller entziffern als Texte, bei denen wir zuerst die Buchstaben, dann das Wort, dann den Satz und dann den Sinn des Textes verstehen.

Jeder kann visualisieren

Haben Sie sich schon einmal während eines Meetings oder eines Telefongesprächs dabei entdeckt, wie Sie irgendwelche Kreise, Schnörkel oder andere Zeichen auf ein Blatt Papier „kritzeln“? Haben Sie versucht, eine Wegbeschreibung in einer fremden Sprache ohne Skizze verständlich zu vermitteln? Visuelle Kommunikation ist überall.

Das ist der erste Schritt zu Visuals, beispielsweise Sketchnotes. Sie können auch visualisieren: Vergessen Sie einfach alles, was über perfekte Zeichnungen oder Infograken gesagt wird und trauen Sie sich, Ihrem Urinstinkt nachzugeben. Es gibt keine richtigen oder falschen Bilder. Und nichjt nur die hochbezahlten Erschaffer von Werken, die in Museen hängen, sind Künstler. Genausowenig muss nicht jeder, der etwas Schriftliches verfasst, kleine den anspruch an sich haben, Literaturpreisträger zu sein. Wichtig ist, dass Sie sich trauen, visuelle Darstellungen Sie begeistern und schon bald werden Sie Ihr Können weiterentwickeln und Element lerne, wie Vokabeln einer Fremdsprache.

 

Bildsprache: Keith Haring nutzte sein eigenes Alphabet

Kennen Sie Werke des US-Künstlers Keith Haring? Auch wenn sich Ihnen der Name des Künstlers nicht eingeprägt hat, werden Sie bestimmt seine Kunstwerke erkennen, wenn Sie sie sehen. Mittlerweile begegnen uns seine Motive, seine Bildsprache, seine Icons von Hunden oder Babys, fast überall.

Wir finden sie auf Speisekarten, an Häusermauern, auf T-Shirts oder am Strand von Tel Aviv, wo ich die Fotos aufnahm.

Heute, am 4. Mai 2018, wäre Keith Haring 60 Jahre alt geworden. Leider verstarb er viel zu früh im Alter von nur 31 Jahren. Zurück lies er uns nicht nur seine Kunstwerke, sondern seine ausdrucksstarke Bildsprache: Seine Bilder und Figuren sind immer noch modern, zeitlos und oft kopiert.

Keith Haring ist ein ideales Beispiel, um gut funktionierende Bildsprache in der Praxis aufzuzeigen. Kaum ein anderer Künstler nutzte und entwickelte in seinem Lebenswerk mithilfe von Icons eine so unverwechselbaren Bildsprache, wie Keith Haring.

Einzigartige Bildsprache von Keith Haring

In Keith Harings Werken tauchen Elemente wie etwa die Comic-Figur Mickey Mouse immer wieder auf. Zusammen mit seinem Vater begeisterte er sich für Comics und liebte Zeichentrickfilme. Bereits in seiner Kindheit zeichnete er Cartoons und kreierte als Jugendlicher eigene Comic-Figuren. In Pittsburgh begann er zunächst eine Ausbildung zum Grafiker. Von dort aus zog es ihn die Weltstadt New York, wo er die School of Visual Arts besuchte.

Neben den Comics inspirierten Keith Haring war von altägyptischen Hieroglyphen. Die Bildsprache der Ägypter waren sicherlich eine Inspirationsquelle, die Haring dazu brachte, seine eigene Kommunikationsform, zu entwickeln:

Keith Haring ist ein deutliches Beispiel für Bildsprache. Seine visuelle Sprache der Symbole, Icons und Piktogramme ist unverwechselbar. Sie kommt mit sparsamen Zeichen und Linien und kräftigen Farben aus.

Lesen Sie im Glossar die Erklärung zu Visual Storytelling.

„Innerhalb aller Formen wohnt eine Grundstruktur mit wenigen Linien, die auf das Gesamtobjekt hinweist und selber zum Symbol wird”, sagte Keith Haring 1978.

Haring glaubte, dass seine Linien „wie die ägyptischen Hieroglyphen und die Piktogramme der Maya und Indios jede Oberfläche bedecken können”.

Lichtinstallation am Strand von Tel Aviv nach dem Vorbild von Keith Haring und seiner Bildsprache.

Lichtinstallation am Strand von Tel Aviv nach dem Vorbild von Keith Haring und seiner Bildsprache.

Zudem verwendetet er immer wiederkehrende Elemente, Icons und schafft sich mittels derer quasi ein Alphabet. Sehen wir uns etwas das krabbelnde Baby an, das von einem Strahlenkranz umgeben ist. Für den Künstler Haring ist es ein „Sinnbild für Leben, Energie, Glück und die positive Seite des Menschseins”.

Seine Bildzeichen (Formenvokabular) kombinierte er frei, ohne grammatikalische Regeln. Als Grundgesetzt ist die klare und einfache seiner Bildsprache zu erkennen. So sind seine Figuren und Bilder mit einfachen Umrisslinien auch im Vorbeifahren schnell und intuitiv zu verstehen. Dies ist umso wichtiger, das seine ersten Ausstellungsflächen ungenutzte Werbeflächen der New Yorker Metro waren. Of die Männchen hopsen oder tanzen, Harings Metaphern sind immer doppeldeutig und als Sprache universell einsetzbar.

Wie andere Pop Art Künstler, entnimmt auch Haring seine Piktogramme der Alltagskultur und bindet diese in seine Bildsprache ein: Ob Micky-Maus mit Dollarzeichen in den Augen oder bellende Hunde, seine Icons werden auch heutzutage noch geliebt.

Die Verwendung von Archetypen

Graffiti-Künstler Keith Haring spricht mit seinen Bildern Archetypen an: Als Themen bedient er sich aus der Palette der großen Ur-Themen wie Liebe, Gewalt, Geburt, Tod, Gut und Böse. Auch Harings Figuren stehen für Archetypen der menschlichen Existenz und Bedürfnisse. Sie nehmen unterschiedliche Positionen ein, wie der Liebende, der Angreifer etc. und symbolisieren somit Haltung und Verhalten.

Dr. Jürgen Döring, Leiter der Abteilung Grafik hier am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, schreibt über Keith Harings Bildsprache: „Seine Themen sind die großen Themen des Lebens: Liebe und Sex, Gewalt und Tod. Er entwickelt Kürzel für Hunde und Engel, für Gut und Böse. Oft meint man, diese Bilder seien schnell zu erfassen, weil sie aus scheinbar einfachen Linien bestehen, muss aber bald eingestehen, dass sie sich fast immer der Eindeutigkeit und verbalen Festlegung entziehen.

Keith Harings Zielgruppe: Kunst für Jedermann

Keith Harings schafft mit seinen Bildern und seiner visuellen Sprache das, was kaum einer Marke gelingt: er spricht quasi ALLE an. Laut Keith Haring ist „Kunst ist für jeden.” So nutze er bewußt in New York die Untergrundbahn für seine Graffitizeichnungen, um seine Kunst zu den Menschen zu bringen.

Für seine Zeichnungen entwickelte er wie eine Art Universal-Code, mit dem er die Pendler New Yorks erreichen wollte. Fakt bleibt: Bis heute hat er weltweit unzählige Menschen jeden Alters angesprochen. Seine Bildsprache wirkt so gut, dass sie tausendfach kopiert wird.

Test mit dem Blablameter

Storytelling zu Weihnachten

Gerade zu Weihnachten setzen Unternehmer auf Werbespots, die große Emotionen auslösen sollen. Zwar sollte Storytelling nicht nur zur Weihnachtszeit geschehen, dennoch wird in dieser Zeit mit emotionalen Spot mehr „geklotzt” als „gekleckert”. Nachfolgend zeige ich Ihnen einige Weihnachtsvideos, die mir aufgefallen sind.

Storytelling zur Weihnachtszeit: Kein Fest ohne Liebe

In seinem Weihnachtsspot verlegt Edeka das „Fest der Liebe“ in die Zukunft. ich löse Ihnen denInhalt der Story anhand der Joseph Campbells Heldenreise auf.

  • Ausgangssituation: Wir schreiben das Jahr 2117. Roboter (KIs) sind die führende Macht (hier wird bewusst die Angst vor KIs und dem Verlust von Arbeitsplätzen und Macht eingesetzt). Menschen leben zurückgezogen in den Wäldern.
  • Ursprüngliche Welt: Auch zur Weihnachtszeit durchrollen Roboter trostlose menschenleere Großstädte. Für die Roboter spielt Weihnachten keine Rolle.
  • Held: Ein kleiner Roboter ist anders.
  • Ruf ins Ungewisse: Er ist neugierig und interessiert. Plötzlich entdeckt er einen alten Weihnachtsfilm, das Fest der Liebe.
  • Herausforderung: Die Sehnsucht nach Liebe, dem was das Fest der Liebe ausmacht, packt ihn und er macht sich auf der Suche nach Liebe.
  • Hürde: So entfernt sich der Roboter von seiner Truppe, schleicht sich heimlich in ein Gebäude und findet einen Hinweis auf das Weihnachtsfest, welches die Menschen feiern. Doch wo findet er sie?
  • Beschwerlicher Weg: Er findet ein Plakat, ein Hinweis, und folgt den Menschen, die zurückgezogen in einer Blockhütte in den Wäldern leben. Er rollt über einsame Straßen, durchrollt verschneite Wälder und findet letztendlich eine beleuchtete Hütte.
  • Neue Welt: Der Roboter wird geliebt: Der Roboter wird zum Fest der Liebe von der Familie aufgenommen und  bekommt am Ende von der Tochter ein Herzchen auf den Panzer geklebt – ein Herz und Liebe.
  • Die Botschaft des Spots ist eindeutig Ohne Liebe, wäre Weihnachten nur irgendein Fest.

Zu sehen hier:

Auch Ikea feiert mit Storytelling das Fest der Liebe

Einen deutlich anderen Weg geht Ikea mit seinem Storytelling-Video „Bottled“. Auch hier erzähle ich den Inhalt kuru anhand der Heldenreise, der erfolgreichen Storytelling-Grundstrukturen nach Joseph Campbell:

  • Gewohnte Welt: Das Video zeigt eine alleinerziehende Mutter, die das ganze Jahr über Tag für Tag sich um ihren Sohn sorgt. Ihr Ziel ist es, ihm eine liebevolle, glückliche Kindheit zu ermöglichen.
  • Held & Herausforderung: Die Mutter hat es – wie viele Eltern und vor allem Alleinerziehende – nicht leicht: Wir beobachten, wie sie gestresst ist und weint. Sie darum kämpft, die Rechnungen zu bezahlen, den Haushalt zu führen, den Jungen zu umsorgen.
  • Weg: Trotz aller Alltagskonflikte und Schwierigkeiten versucht die Mutter dem Jungen eine glückliche Kindheit zu schenken. Sie nimmt sich Zeit, gemeinsam etwas zu erleben, zu spielen, zu lachen.
  • Wendepunkt: Der Junge sammelt, wenn die Mutter es nicht sieht, gemeinsame Erlebnisse und füllt diese in leeren Flaschen. Er etikettiert sie mit den Emotionen wie „glücklich“, „freundlich” und „nachdenklich”, die er mit jeder gemeinsamen Erinnerung verbindet.
  • Neu Welt: Am Weihnachtsmorgen überrascht der Junge seine Mutter mit den „Flaschenerinnerungen“ unter dem Weihnachtsbaum und überreicht ihr die Flasche mit dem Wort „Liebe“.
  • Die Botschaft ist einfach: Die wertvollsten Geschenke sind Erinnerungen und Liebe.

IKEA – Bottled from theVanity on Vimeo.

Betrachten wir beide Weihnachtsgeschichten, lassen sie sich auf ein Handlungsschema zurückführen: Die Suche. Suche nach der Liebe und Menschlichkeit, die Suche nach dem Glück.

Erzählstruktur: Seven Plots

Der britische Journalist Christopher Booker hat 2004 mit seinem Buch The Seven Basic Plots: Why We Tell Stories sieben grundlegende Erzähl­strukturen definiert, die weltweit sowohl in altbekannten als auch aktuellen Geschichten wiederfinden kann:

  1. Das Besiegen des Monsters (Overcoming the monster)
  2. Vom Tellerwäscher zum Millionär (Rags to riches)
  3. Die Suche bzw. Heldenreise (The quest)
  4. Reise und Rückkehr (Voyage and return)
  5. Die Komödie (Comedy)
  6. Die Tragödie (Tragedy)
  7. Die Wiedergeburt (Rebirth)

Weitere Informationen zu den Seven Plots von erhalten Sie im Glossar.

Die Suche

Sicher kennen Sie folgende Geschichten: Herr der Ringe,Findet Nemo oder Indiana Jones. Im Kern dieser Erzählstruktur zieht der Held aus, um einen geheimnisvollen Ort oder ein magisches Ziel zu erreichen. Auf der Reise begegnen ihm Hindernisse, die er alleine oder mit Gefährten bewältigen muss. Letztendlich hat er sein Ziel erreicht und blickt mit neuen Erfahrungen in eine veränderte Welt.

Erzählstruktur "Die Suche" nach den Seven Plots von Christopher Booker.

Erzählstruktur “Die Suche” nach den Seven Plots von Christopher Booker.

Visuell ist Trend

Bemerkenswert an beiden Videos ist, dass auf pures visuelles Storytelling gesetzt wird: Die Bilder werden nur durch Musik und Geräusche akustisch untermalt. Auf gesprochene Sprache wird verzichtet – nur die Flaschenetiketten sowie Botschaften kommen ohne geschriebene Worte nicht aus.

Tipp: Schauen Sie sich auch den Beitrag zu Storytelling und die Kunst gute Geschichten zu erzählen sowie die Heldenreise in kleinen Schritten an.

Gemeinsam ist den beiden wie so vielen anderen vorweihnachtlichen Videos, dass große Gefühle die Hauptrolle spielen. Dies sind nur zwei der vielen Spots, die speziell zur Weihnachtszeit erscheinen. Verraten Sie mir doch Ihre Entdeckungen und Favoriten und erweitern Sie in einem Kommentar die Liste.

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