Der Trend zum Visual Storytelling

Der neueste Trend: Visual Storytelling.

Haben Sie auch den Trend bemerkt, dass immer mehr  Unternehmen, Agenturen aber auch Privatmenschen visuelle Inhalte erstellen und auf Social Media Plattformen teilen? Ob nun Online, auf Webseiten, in e-Books, Whitepaper oder auch im Event- und Printbereich – Visual Storytelilng ist im Vormarsch. Und das erfolgreich. Dasselbe gilt auch für das Thema Storytelling und Kommunikation – hier steigt der Anteil visueller Elemente.

Oft erzählen Abbildungen ganze Geschichten. Eine visuelle Erzählung (Visual Storytelling) ist eine Geschichte, die in erster Linie durch den Einsatz visueller Medien erzählt wird. Beim Visual Storytelling kann die Geschichte beispielweise mittels gezeichneter oder fotografierter Bilder, Illustration oder Video erzählt werden. Häufig werden visuelle Geschichten mittels Textelementen oder Audiodateien angereichert.

Was ist Storytelling?

Meist wird mit dem Bergiff „Erzählen“ beziehungsweise „Telling“ Sprache – gesprochen oder geschrieben – impliziert. Das ist aber eine Einschränkung, die erst seit Gutenberg mit dem Buchdruck das Buch so bekanntmachte und Wissen in einem Buch gedruckt werden sollte, so darsteht. Aber auch vor Gutenberg, als beispielsweise Mönche die Bibel kopierten, verzierten sie diese mit Bildern, Symbolen. Dies geschah, um den Inhalt anschaulicher darzustellen und den Leser zu binden.

Zur Sprache gehören auch visuelle Elemente

Sprache ist und kann jedoch mehr! Sprache, also das Medium, mittels dem Ideen und Gedanken ausgedrückt werden und Menschen miteinander kommunzieren, ist genausogut Bildsprache, Gesten, Mimik, Farben und vieles mehr. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass Schriftsprache eine Weiterentwicklung der Bildsprache ist, der bildhaften Zeichen.

Definition von Storytelling
Wie bereits festgestellt definiert sich Storytelling zum einen durch den Inhalt einer Geschichte (Story) und zum anderen durch die Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wird (Telling).

Visual Storytelling

Zum Thema Visual Storytelling bieten die Autorinnen Ekaterina Walter und Jessica Gioglio in ihrem Buch „The Power of Visual Storytelling: How to Use Visuals, Videos, and Social Media to Market Your Brand“ folgende Definition an:

„Visual storytelling is defined as the use of images, videos, infographics, presentations, and other visuals on social media platforms to craft a graphical story around key brand values and offerings.“ …

Sinngemäß übersetzt bedeutet es:

„Visuelles Geschichtenerzählen ist die Verwendung von Bildern, Videos, Infografiken, Präsentationen und anderen visuellen Elementen auf Social Media Plattformen, um eine visuelle Geschichte um die wichtigsten Markenwerte und -angebote herum zu entwerfen.“

Hierbei legen die beiden Autorinnen den besonderen Folus auf das Erzählen in visuell orientierten sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, Pinterest, Youtube und Co.

In dem Video erklärt Ekaterina Walter in Ihrem Vortrag „Memorable Marketing With Visual Storytelling“, wie Sie Ihr Marketing mittels Visual Storytelling verbessern.

Visuelle Kommunikation impliziert für mich alle Elemente, die das Sehen mit einbeziehen, also Neben Bildern, Skizzen, Grafiken und animierten Bilder (Videos) auch Gesten, Blicke (Körpersprache), Licht oder Entfernung. Selbst verbale Kommunikation nutzt bildhafte Begriffe, Worte, in denen Bilder stecken.

Visuelle Wahrnehmung ist eine der dominanten Wahrnehmungen durch den Sehsinn.

Visuelle Wahrnehmung ist eine der dominanten Wahrnehmungen durch den Sehsinn.

Menschen denken sehr gerne in Bildern, denn diese sind sowohl kognitiv als auch emotional reichhaltig. Als kongnitiv werden die Funktionen, die mit der Wahrnehmung, dem Lernen, Erinnern und Denken in Zusammenhang stehen und der menschlichen Erkenntnis- und Informationsverarbeitung dienen, bezeichnet. Neben den kognitiven Funktionen sind die emotionalen Gesichtspunkte von Bedeutung. Sie bestimmen, ob etwas als positiv oder negativ angesehen wird, ob eine Sitiuation als wiederholenswert oder „bloß nicht noch einmal“ empfunden wird. Empfindungen beeinflussen oft menschliche Entscheidungen, sie bestimmen oft die Motive eine Handlung und sind so für die Erkenntnisverarbeitung von großer Bedeutung.

Einige Fakten:

  • Wir sprechen von visuellem Erzählen, also Visual Storytelling, wenn Informationen oder Geschichten hauptsächlich (mehr als 50 Prozent) mittels visueller Elemente erzählt, ergänzt oder transportiert werden.
  • Ganze Kulturen vermittelten ihr religiöses, gesellschaftliches und historisches Wissen in Form visuell erzählter Geschichten. Sie verwendeten Zeichnungen, Skulpturen oder auch Architektur.
  • Mit diesen Mitteln konnten nicht nur Menschen erreicht werden, die weder lesen noch schreiben konnten, hier wurden auch die Emotionen und das Unterbewusstsein der Betrachter wohlkalkuliert mit einbezogen.
  • Visuelles Storytelling ist ein Teil der menschlichen Kommunikation, die komplexe Sinneseindrücke dramaturgisch organisiert und vermittelt. Mit visuellen Erzählelementen können Emotionen besser transportiert werden als mit Medien, die ohne visuelle Komponenten arbeiten.

Kein Wunder, dass visuelle Erzählungen immer interessant waren und es noch stärker genutzt werden. Gerade im Storytelling sind sie wichtig, da Geschichten Emotionen ansprechen.

Kennen Sie bereits das Story-Baukasten-Glossar? Lesen Sie dort zu Vertiefung, was Storytelling bedeutet sowie den Beitrag über Emotionen und Visual Storytelling. [ /su_note]

Geschichten funktionieren als Verhaltensmuster

Aus neurobiologischer Sicht sind Geschichten Verhaltensmuster, an die unser Gehirn anknüpft. Die Verknüpfungspunkte funktionieren wie bei einem Netzwerk: Je stärker unser Gehirn „Neues“ mit bereits Vorhandenem verknüpfen kann, desto leichter können wir uns erinnern. Bilder eignen sich in diesem Netzwerk als hervorragende Erinnerungs- und Verknüfungsanker.

Empfindungen beeinflussen oft menschliche Entscheidungen, bestimmen die Motive einer Handlung und sind so für die Erkenntnisverarbeitung von großer Bedeutung.

Der Psychologe Ernst Pöppel betont:

„Um eine bestimmte Verhaltensweise zu erzeugen, müssen wir (…) das episodische Gedächtnis erreichen.“

Im episodischen Gedächtnis werden Erfahrungen – also keine reinen Argimente oder Fakten – gespeichert, die Menschen in einer bestimmten Situation und zu einem bestimmten Zeitpunkt gemacht haben.

Die Erfahrung können durch reale Sinneseindrücke, wie zum Beispiel Bilder, Gerüche oder Geräusche oder durch Geschichten, in Erinnerung gerufen. Besonders Geschichten funktionieren wie ein Kopfkino. Werden in den Storys uns bekannnte Situationen wiederholt bzw. assoziiert, aktiviert sich das episodische Gedächtnis. Wir erkennen eine Situation wieder und verhalten uns mit großer Wahrscheinlichkeit wieder so wie zuvor. Fakten allein hingegen erreichen das episodische Gedächtnis nicht.

Im episodischen Langzeitgedächtnis werden unsere Erfahrungen und Erinnerungen gespeichert. Es hilft uns auch in neue oder zukünftige Situationen gedanklich einzutauchen.

Auslöser vieler Erinnerungen sind Sinnenseindrücke, wie Bilder. Auch unser Kopfkino, unsere Ideen und Gedanken, unsere Träume werden durch „im Kopf ablaufende Bilder“, sogenannte „innere“ beziehungsweise „mentale Bilder“ geprägt. Deshalb verwenden Erzählungen auch Metaphern, also bildhafte Vergleiche.

Wie gesagt sind manche Verhaltenweisen durch Geschichten beeinflussbar. Erinnern Sie sich, dass sich Menschen meinst ähnlich wie in der Ursprungssituation verhalten: Haben sie beispielsweise in der Dunkelheit Angst und suchen sofort eine Lichtquelle, werden sie es in einer ähnlichen Situatuion, etwa in einem virtuellen Computerspiel, auch das Licht suchen, um dem unangenemen Gefühl, die die Dunkelheit auslöst, zu entkommen. Dies passiert vor allem dann, wenn in der ürsprünglichen Situation (also in der Ersterfahrung) das Belohnungszentrum mit positiven Gefühlen wie Geborgenheit oder Lust aktiviert wurde.

Visual ist Trend

Die erfolgreiche Storytelling-Grundformel besagt schon einmal: „Show, don’t tell.“ Dieses Prinzip wird in Zeiten mobiler Kommunikation, also mit Hilfe von Smartphones, immer wichtiger.

Gerade in der heutigen Zeit, in Zeiten mobiler Kommunikation und Kommunikationsmittel, in der unsere Gesllschaft mit News, Informationen, Gesprächen und Fakten überflutet werden, entscheidet oft nur ein Blick, ob etwas interessant erscheint oder nicht. Daher ist es notwendig, aus der Masse herauszustechen und Menschen mit spannenden Geschichten zu erreichen und zu inspirieren. Nur so hat die Botschaft eine Chance, den Menschen zu erreichen. Die ersten Eindrücke sind meist visueller Natur, denn der Mensch ist ein Augentier.

Es gibt es mannigfaltige Beispiele von Visual Storytelling, in denen es darum geht, Botschaften gezielt und effektiv zu vermitteln.

Marne Levine, Chief Operating Officer des Foto- und Videonetzwerkes Instagram, veröffentlichte im Januar 2016 auf der Website der Huffington-Post einen Artikel mit folgender Überschrift:

„Bilder sind unsere neue globale Sprache: Beteiligen Sie sich einfach mit Ihrem Smartphone an der Konversation“.

In ihrem Artikel betont Marne Levine die Wichtigkeit von Bildern u.a. damit, dass das Oxford English Dictionary für 2015 erstmals kein Wort des Jahres ermittelte, sondern ein Bild. Genauer gesagt, das Emoji „Gesicht mit Freudentränen“.

Das ist Visual Storytelling, also visuelles Erzählen, in Zeiten von Messenger und Social Media: Emoji „Gesicht mit Freudentränen".

Das ist Visual Storytelling, also visuelles Erzählen, in Zeiten von Messenger und Social Media: Emoji „Gesicht mit Freudentränen“.

Dieses Ereignis sagt viel aus:

  • Menschen kommunizieren heutzutage mobil, in Messengern, kommentieren in Communitys,
  • sie teilen kurze alltägliche Erlebnisse (Stories)
  • oder nutzen ihre Smartphones mit leistungsstarken Kameras, um Bilder, GIFs oder Videos zu produzieren und zu teilen.

Mobiltelefone haben den großen Vorteil, dass sie immer und überall dabei sind. Hand auf’s Herz: Wer schreibt heutzutage noch im Urlaub an der Bushaltestelle den Fahrplan ab? Ich nutze nur noch meine Smartphone-Kamera als Erinnerungsnotizbuch und beobachte dieses Phänomen auch bei Passanten. Bilder haben den Vorteil, dass sie beinahe eine universelle Sprache nutzen, die wir alle sprechen und verstehen können, und zwar unabhängig von Nationalität, Alter, Kultur, oder Standort. Diese neue visuelle Welt öffnet gerade im Business neue Türen. Sie verändert die Sicht der Dinge, beispielweise weg von konstruierten und hin zu authentischen Bildern. Gleichzeitig zeigen sich verspielte Tendenzen, um die Realität mittels Filtern und Icons.

Marne Levine betont:

„Die Wahrheit ist, dass man beim Kommunizieren mit Bildern nicht einfach ein Foto oder ein Video teilt, sondern vielmehr seine eigene Welt und Ansicht – und man lernt von anderen, die dasselbe machen.“

Prof. Henning Vöpel, Direktor und Geschäftsführer des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) zeigt in einem Interview zu zehn Jahren iPhone auf, wie das Smartphone die Wirtschaft und auch uns Menschen beeinflusst hat und wie wichtig die „Macht über das Gerät“ in Zukunft wird.

Neben Schnelligkeit, Aktualität, Live „dabei sein“ (Live-Streaming und Live-Stories) haben Smartphones sowie Social Media Plattformen zudem die Rolle der Konsumenten in der Kommunikation mit Medien und Unternehmen verändert: Viele Konsumenten sind nun zugleich auch Produzenten.

Ein großer Teil aller visueller Daten im World Wide Web stammen jedoch immer mehr aus der Hand des Publikums, der Kunden, Leser, Mitmenschen. Sie haben ein Bedürfnis sich mitzuteilen, ihre Urlaubserlebnisse als Video festzuhalten, das Essen auf dem Tisch per Instagram zu teilen oder einfacgh mal ein Selfie vin sich und dem Eifelturm zu posten.

Dank moderner Kameras und digitale Plattformen wie Snapchat, Whatsapp, Facebook, Instagram und Co. ist unsere Gesellschaft in einen Dokumentatuions- und Mitteilwahn verfallen. Meist werden die Erlebisse, die Stories, visuell festgehalten.

Die Studie „The New Creatives Report“ von Adobe zeigt, dass Inhalte mit Unterhaltungswert eine gute Chancen haben, Aumerksamkeit zu erzeugen und so das Publikum zu erreichen. Zunehmend ist auch die Glaubwürdigkeit einer Aussage und die des Absenders sehr wichtig. So hinterfragen rund die Hälfte aller Leser, ob ein Magazin-Foto bearbeitet wurde. Ausschlaggebend sind auch die Aktualität und Schnelligkeit, in der Inhalte geteilt werden.

Immer mehr Marken haben ihren Platz als Love-Brands bei ihrem Publikum gefunden. Diesen Marken stehen die Kunden loyal gegenüber. Häufig sind diese Marken Trendsetter. Für diese beiden Faktoren sind visuelle Inhalte genau richtig!

Unternehmen betreiben angefangen bei Social-Media-Inhalten über Werbeserien über Snapchat- und Instagram-Stories bis hin zu fiktionalen Filmen und Videos oder auch Mixed-Reality-Erfahrungen zunehmend Visual Storytelling.

Dabei werden visuelle Elemente übergreifend in allen Medien vermehrt eingesetzt, sei es in Zeitungen, auf Websites, auf den Social-Media-Plattformen, in Büchern, Messenger-Nachrichten oder auch in E-Mails.

Formen vom Visual Storytelling

Bei den Formen von Visual Storytelling unterscheiden wir solche, die zur Visualisierung von Erzählungen (Story Visualizing) dienen und denen, die zum Erzählen von Geschichten (Story Telling) genutzt werden.

Elemente, die zur Visualisierung von Storys dienen:

1. Videos (u.a. Tutorials, Video-Blogs, 360 Grad-Videos, Brandes Websites, Flug- und Dronenvideos)

2. Fotografien / Fotostorys (u.a. animierte GIFs, eCards, Pictogramme, Meme)

3. Infografiken

4. Piktoramme; Icons

5. Comics

6. Illustrationen / Grafiken

7. Multimedia-Storys (Long-Stories)

8. Präsentationen / Slides

9. Cinemagraphs

10. Infografiken

11. Gifogrpahics (GIFs / Meme))

12. Augmented Reality (AR)

13. Virtual Reality (VR)

14. Experience Architecture

15. Visual Internet of Things (VIoT)

Lesetipp: Building VIoT
„The next step is to combine visual data with other data sets – from static data, such as grid references, to dynamic data, such as weather information. This will create a vast new market – the Visual IoT (VIoT). In other words, the integration of visual data into a uniform, IP-based data stream, combined with the capabilities and functions of a network of physical objects and devices.

In this way, cameras can be turned into super-charged sensors providing data that can then be acted upon, such as identifying that a car with a certain numberplate is allowed to enter a given area, which automatically opens the gate.

The potential is huge, and could revolutionise traffic management, and the reporting of crimes or accidents. For example, when an individual with a VIoT device enters a certain area, by previous agreement their data could be aggregated with that of others to create an accurate picture of an event. ..“ – Quelle https://internetofbusiness.com/opinion-the-visual-internet-of-things-why-iot-needs-visual-data/.

Storytelling:

1. User Generated Storytelling

2. Visual Gamification

3. Visual Social Networks (u.a. Facebook, Pinterest, Instagram, Youtube, Twitter, Snapchat, Vine etc.)

4. Live Streaming

5. Visuelle Webinare

6.  Data Storytelling

7.  Multimedia Storytelling

8.  Longstorys

9.  Visual Influencer Management

10.  Social Media Wall

11.  Story Action (z.B. Instagram-Walk)

Sicherlich ist dies Liste nich vollständig und es fallen Ihnen weitere Formen des Visual Storytellings ein. Ich freue mich dann über einen Tipp als Kommentar oder über Beispiele gut funktionierenden Visual Storys.