Was hat eine Story mit einem Moodboard zu tun?

In einem Moodboard werden die gesammelten Ideen in einer übersichtlichgen Anordnung präsentiert. Hierbei hilft ein Moodboard Template.

Das Erzählen einer Story hat im Gegensatz von Aufzählen von Fakten den großen Vorteil, dass Emotionen angesprochen werden. Um die Gefühlswelt vor dem Plotten der Geschichte sich und auch den Mitwirkenden der gesamten Geschichte wie Kunden, Agenturen, Grafikern, Videoersteller, Darsteller usw. greifbar und fühlbar zu machen, wird häufig ein Moodboard eingesetzt.

Emotionen und damit einhergehende emotionale Welten sind ein wichtiger Bestandteil der Story: Gefühle, die das Publikum, den Leser oder Betrachter erreichen, sind oft der Grundstein der Identifikation des Publikums mit der Story bzw. dem Helden der Geschichte.

Was ist ein Moodboard?

Das Moodboard, auch bekannt als Ideenboard oder Themenboard, ist eine Collage aus Bildern, Materialmuster oder manchmal  kleineren Objekten: Es hilft bei der Darstellung einer bestimmte visuellen und Stimmungsrichtung.

Der Begriff Moodboard ist zusammengesetzt aus den englischen Worten „mood“ für  „Stimmung“ und „board“ für Tafel.

Das Moodboard ist ein wichtiges visuelles Ideen,- Arbeits- sowie Präsentationsmittel und unterstützt sowohl die Entwicklung als auch die Vermittlung eines Projekts. Gesammelt wird zunächst als Inspirations- und Ideensammlung alles was gefällt, angefangen bei Farbmuster, Designelementen, typografische Vorlieben, Hintergrundmuster oder Illustrationen. Sehen Sie das Moodboard als eine Art von Schatzkiste, die Skizzen, Fotos, Grafiken und Materialien enthält, mit deren Hilfe Emotionen oder eine Atmosphäre visualisiert werden. Teilweise werden Schlüsselworte, Sprüche oder Zitate, mit deren Hilfe Sie einen Eindruck der Atmosphäre, Tonalität und Ästhetik eines Konzepts erhalten, mit in die Ideenwand eingebaut.

Die Anwendungsmöglichkeiten sind so vielfältig wie die Ideensammlungen selbst: Ob zur Gestaltung von Webseiten und Werbung, Magazine, einer neuen Produktreihe, von Kollektionsideen bis zur Planung einer Wohnungseinrichtung bis hin zur Definition der Bildsprache einer Marke.

Einsatzmöglichkeiten eines Moodboards

Meist wird ein Moodboard bereits in der Designphase eines Projekts angelegt. Hierin werden erste Ideen und Richtungen einer visuellen Gestaltung bzw. einer Atmosphäre eines Produktes oder einer Story festgehalten. Mithilfe dieser „Stimmungsboards“ werden bereits erste ästhetische Richtung gegenüber dem Team und dem Kunden kommuniziert. Oft helfen Moodboards zur realistischen Vorstellung und bei der Abstimmung in einer bestimmten Richtung und der weiteren Vorgehensweise des Projekts.

Gerade beim Storytelling kann mithilfe von Moodboards Charakteren oder auch der Zielgruppe (Persona) Leben eingehaucht oder die Darstellung eines Set Designs (Szenenbildes) oder ganzen Filmdesigns in Skizzen und Fotos visualisiert werden.

Dieses Stimmungsbild habe ich mit der App Adobe Spark Post erstellt.

Traditionell handelt sich bei dem Moodboard um eine Collage, in der Stimmungen und Ideen zu einer bestimmten Aufgabenstellung gesammelt werden. Während früher Moodboards primär in der Werbefilmproduktion verwendet wurden, werden sie mittlerweile breitflächig eingesetzt, wie zur Visualiserung von Konzepten zur Bildsprache in Broschüren oder zum Corporate Design bis hin als animierte Boards zum Entwurf von Webseiten oder Games.

Die Boards helfen den Erstellern Ideen oder ein erstes Konzept zu visualisieren und „greifbarer“ zu machen. Sie bilden in den frühen Phasen eines Designprozesses eine gemeinsame Design- und Verständnisbasis für den Bildstil, Bildaufbau und der Farbwelt eines Projekt für alle am Kreationsprozess beteiligten Personen. Einerseits werden diese Stimmungs- und Emotionssammlungen potentiellen Kunden gezeigt, um einen Eindruck der Idee zu vermitteln. Andererseits werden sie auch zum in ersten Testsituationen von Ideen oder neuen Produkten bei den Zielgruppen verwendet.

Tipps zur Erstellung eines Moodboards

In der Filmbranche die Darstellung eines Set Designs (Szenenbildes) oder ganzen Filmdesigns in Skizzen und Fotos.

  • Notieren Sie zunächst die Kernaussage Ihrer Idee.
  • Sammeln Sie zunächst Inspirationen, die zu Ihre Ideen passen und diese ausdrücken oder erweitern. Hierbei können Sie Bilder, Skizzen, Begriffe, Farben, Videos etc. verwenden.
  • Arbeiten Sie mit den unterschiedlichsten Quellen und Materialien, also Medien. Bei Stimmungsboards für  Filme oder Videos ist es sinnvoll akustische Elemente wie Musik oder Stimmen mit einfließen zu lassen.
  • Vergessen Sie nicht den Fokus auf die Visualisierung Ihrer Idee zu legen.
  • Trotzdem sollten Sie die Details nicht außen vor lassen, denn häufig vermitteln diese eine Stimmung am besten.
  • Ordnen Sie die Elemente nach einem durchschaubaren System (Layout) an.
  • Leiten Sie aus der  Sammlung einen roten Faden ab, etwa eine bestimmte Lichtstimmung oder Farbkombination.

Ein großer Vorteil von Moodboards ist, dass sie sich je nach Projektsituation oder Stimmung anpassen und umgestalten lassen.

Tools, mit denen ein Moodboard erstellt wird

Generell soll ein Moodboard einen ersten Eindruck über „Look and Feel“, visuelle Sprache, Tonalität, Atmosphäre und Stimmung eines geplanten Projektes vermitteln. Oft ist diese Sammlung der erste Schritt vor der Erstellung eines Storyboards. Ursprünglich wurden die gesammelten Ideen als Collage auf einem Karton geklebt. Genauso gut eignen sind Papier- (Flipchart), Styropor- oder Korktafeln (Pinwand) oder auch Magnetwände. Das Stimmungsboard enthält beispielsweise Ausschnitte aus Magazinen, Fotos bestehen, Stoff-, Muster- und Farbbeispiele.

Für ein analoges Moodboard benötigen Sie:

  • eine große Präsentationsfläche wie eine Pappe, Tafel, Magnetwand, Styroporplatte, Korktafel, Flipchart oder ähnliches;
  • diverse Fotos und Bilder, beispielsweise aus Zeitschriften, Kataloge, , Postkarten, Poster, Etiketten, eigenen Arbeiten oder Online-Quellen;
  • Schere, Messer, Stifte, um die Fundstücke nach Ihren Vorstellungen zu bearbeiten;
  • haptische Material-Proben wie Stoffproben, Filz, Kacheln, getrocknete Blüten und Blätter oder andere Fundstücke;
  • Farbmuster wie Farbfächer, Tapetenmuster, Stoffmuster etc.;
  • Magnete, Nadeln, Pins oder Kleber zum Befestigen der Fundstücke.

Nun kann nach Belieben die Sammlung so angeordnet werden, dass daraus Ableitungen für das jeweilige Projekt getroffen werden können – wie beispielsweise das Farbschema oder die Anmutung eines Filmsets.

Die Ideen wirken geordnet und schön präsentiert. Hierbei hilft sie Verwendung eines Moodboard-Templates.Sie werden schnell merken, dass beim Sortieren der Ideensammlung sich schnell ein Konzept für die Story ergibt. Betrachten Sie einfach Ihr Moodboard und bringen Sie Dinge zusammen, die auf den ersten Blick nicht zusammen gehören. Fragen Sie sich, welches Bild als Leitmotiv heraussticht? Was steckt dahinter? Wie lässt es sich mit Ihrem Thema verknüpfen? Oft ist der Weg bereits ein Teil der sich intuitiv ergebenden Lösung.

 Digitale Moodboards

Ein digitales Moodboard hat gegenüber dem analogen Moodboard verschiedene Vorteile: Es lässt sich schnell und unkompliziert anlegen, ist online immer verfügbar und kann von Teammitgliedern, unabhängig vom Arbeitsstandort, bearbeitet und erweitert werden. Hierbei werden Tools wie Pinterest, GoMoodboard, Mural, Canva oder Adobe-Spark verwendet. Diese stellen teilweise vorgefertigte Templates zur Verfügung.

  • Pinterest ist ein vielseitiges Tool. Grundsätzlich können Sie hier Boards (also Sammlungen) anlegen, die nicht öffenlzlich einsehbar sind. Hier besteht die Möglichkeit, den Zugriff auf ein Board zu erweitern und beispielsweise Projektmitarbeitern den Zugriff auf das Board zu geben. So können Sie gemeinsam Ideen sammeln und zu einem Board zusammenfügen. Leider lassen sich die gefundenen Bilder nicht so schon in einem Collagen-Design anordnen. Auch Texte müssen zunächst als Bilder erstellt und in den ordner gesammelt werden.
Mit einem geheimen, also nicht öffentlichen, Ordner, lassen sich alleine oder im Team herrliche Ideen sammeln.

Mit einem geheimen, also nicht öffentlichen, Ordner, lassen sich alleine oder im Team herrliche Ideen sammeln.

 

  • Mit Adobe Spark ist es möglich, das jeweilige Projekt oder Brand mit Schrifttyp, Farben, Beispiel-Layouts und Fotos anzulegen.
Moodboard einer Marke, eines Projekts oder einer Story einfach und schnell mit mit Adobe Spark anlegen.

Moodboard einer Marke, eines Projekts oder einer Story einfach und schnell mit mit Adobe Spark anlegen.

Gerade die Auswahl diverser Collagen-Vorlagen ermöglicht es schnell und einfach kreative Board zu erstellen. Zusätzlich sind sie sehr schön und absolut vorzeigbar. Adobe Spark Post ist ein Tool, das kostenfrei in der Grundversion sowohl am PC als auch in der App am Smartphone eingesetzt werden kann.

Collage sind gerade mit den diversen Vorlagen auf Adobe Spark Post schnell und gut zu erstellen.

Collage sind gerade mit den diversen Vorlagen auf Adobe Spark Post schnell und gut zu erstellen.

 

  • Auch Canva ist ein online-Designtool, dass sich hervorragend zur Erstellung von Moods eignet. Es bietet sowohl Templates sowie Fotos, Illustrationen, Grafiken oder diverse Schriften zur Erstellung Ihres Moodboards an.
Das kreative Online-Tool Canva bietet eine große Auswahl an Mood-Layouts.

Das kreative Online-Tool Canva bietet eine große Auswahl an Mood-Layouts.

 

  • Ein weiteres Tool, welches ich gerne nutze, ist Mural. Vorteil hierbei ist, dass gleich ein ganzes Team an dem Board mitarbeiten kann. Mit Mural ist es im Gegensatz zu Pinterest möglich,  Notizen wie Beispiel Links, Texte, Videos oder Bilder zu erstellen.
Ein Moodboard hilft, um das Look & Feel einer Story visuell darzustellen.

Ein Moodboard hilft, um das Look & Feel einer Story visuell darzustellen.

 

  • Im Grunde benötigt es keine eigenen Grafikprogramme, da auch Programme wie PowerPoint oder Keynote zur Erstellung einer „Ideen- und Stimmungssammlung“ verwendet werden können.
  • Mit der Anwendung GoMoodboard.com ist die Erstellung eines Moodboards kinderleicht: Klicken Sie einfach auf die Bilder und ziehen Sie sie auf Ihr Projekt. Wie bei Pinterest erlaub GoMoodboard auch nur die Verwendung von Bildern – sollten Schriften eingefügt werden, müssen diese zuvor als Bild abgespeichert werden. Wie auch einige der anderen Tools bietet GoMoodboard sowohl eine Auswahl an vorgefertigten Moodboards als auch leere Boards, welche nach eigenem Gusto gestaltet werden.
Auch GoMoodboard.com eignet sich hervorragend zur Erstellung Ihres Boards.

Auch GoMoodboard.com eignet sich hervorragend zur Erstellung Ihres Boards.

Allen vorgestellten Tools zur Erstellung eines Themen- und Stimmungsboards sind kinderleicht und online zu nutzen. Probieren Sie einfach auch, mit welchem Werkzeug Sie Ihre Vorstellung am besten und effektivsten umsetzen können. Falls Sie weitere Tools kennen, freue ich mich über einen Kommentar, um diese kennenlernen.

Was haben Moodboards mit Storytelling zu tun?

Jedes Projekt, jede Story beginnt mit einer Idee. Egal, ob es sich dabei um eine Markenstory, einen Blogbeitrag oder einen Videofilm handelt. Die Kunst besteht nun darin, die Idee mit Inhalt zu füllen und seinen Gefühle als erzählen dem Team und Kunden mitzuteilen. An diesem Punkt hilft ein Moodboard nicht nur die eigenen oft schwammigen Ideen und Recherchesammlungen zu ordnen, sondern sie auch so zu visualisieren, dass sie vorgestellt und diskutiert werden können.

Das Moodboard hilft in einem frühen Projektstadium Entscheidungen zu treffen. Die bunt gemischte Ideensammlung trägt ein großes Potenzial in sich und unterstützt die Beantwortung vieler Fragen wie:

  • Wofür steht meine Story?
  • Was ist meine Kernaussage?
  • Wie kommuniziere ich meine Kernaussage (mein Anliegen)?
  • Welche Zielgruppe will ich ansprechen?
  • Welches Thema soll in den Vordergrund gestellt werden?
  • Welches in der Konflikt?
  • Auf welcher emotionalen Ebene spreche ich die Zielgruppe an?
  • Welche visuelle Tonalität entspricht dem Thema?

Nun geht’s los!

Schluss mit dem theoretischen Kram, denn nun schlage ich vor, dass Sie einfach einmal anfangen und mir sowei den Lesern vom Story-Baukasten.de Ihre Ergebnisse zeigen.

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